Mo, 20. Mai 2019
06.05.2019 13:55

Kann Satelliten stören

Schlechtere Prognosen: Meteorologen warnen vor 5G

Der Ausbau des superschnellen neuen Mobilfunkstandards 5G schürt nicht nur Gesundheits- und Sicherheitsbedenken, sondern könnte sich auch an anderer Stelle bemerkbar machen: bei der Genauigkeit der Wettervorhersagen. Davor warnen Meteorologen, die befürchten, 5G-Handymasten könnten die empfindlichen Instrumente auf Satelliten zur Wetterbeobachtung beeinträchtigen.

„Die Art, wie 5G ausgebaut wird, könnte unsere Fähigkeit, Stürme vorherzusagen, ernsthaft einschränken“, sagt Tony McNally vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen im britischen Reading im Gespräch mit dem „Guardian“. Das könne „über Leben und Tod entscheiden. Wir sind sehr besorgt darüber.“

Satelliten suchen Funkanomalien auf der Erde
Das Problem, das McNally und andere Meteorologen beim 5G-Mobilfunk sehen: Er nutzt Frequenzen, die sich nahe an denen bewegen, die von Wettersatelliten überwacht werden, um präzise Prognosen zu erstellen. Wettersatelliten suchen auf der Erde nämlich nach vom Wetter erzeugten Funkanomalien.

Wasserdampf beispielsweise erzeuge ein schwaches natürliches Signal am 23,8-Gigahertz-Band, das von den Satelliten aufgefangen und interpretiert werden könne. Die Meteorologen befürchten: Würde am selben Frequenzband 5G-Mobilfunk betrieben, würde das die natürlichen Signale überlagern und die Wetterprognose beeinträchtigen. Solche Probleme sehen sie auch auf anderen Frequenzbändern, die für 5G genutzt werden könnten - zwischen 36 und 37 Gigahertz, am 50- und am 86- 92-Gigahertz-Band.

„Diese Daten sind unerlässlich für uns“
„Diese Daten sind unerlässlich für unsere Fähigkeit, das Wetter vorherzusagen“, sagt McNallys Kollege Niels Bormann. Bei den Frequenzen handle es sich um eine natürliche Ressource, zu der Meteorologen den Zugang verlieren könnten. Sie könnten dann nicht mehr zwischen menschgemachter und natürlicher Strahlung unterscheiden. „Dann werden unsere Wettervorhersagen spürbar schlechter“, so Bormann.

Probleme gibt es bereits: In den USA, wo Funkfrequenzen in den für Meteorologen kritischen Bereichen versteigert wurden, bemerke man einen Einfluss auf die Qualität der Wettervorhersagen. US-Meteorologen warnen Mobilfunker und Behörden deshalb davor, weitere von Wettersatelliten genutzte Frequenzen für 5G zu nutzen. „Je mehr wir verlieren, umso mehr wird sich das auswirken. Das ist ein globales Problem“, schreibt Jordan Gerth von der University of Wisconsin-Madison in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Nature“.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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