Di, 21. Mai 2019
23.04.2019 12:30

Mutter in Sorge:

„Ich muss hoffen, dass Felix kein Auto erfasst“

Noch bevor Sohn Felix die Schultasche umschnallt, ist die Sorge bei Karin Demel groß. Um im nächsten Jahr zum Schulbus zu gelangen, muss das älteste Kind der dreifachen Mutter aus Breitenbach am Inn in der Früh und zu Mittag eine gefährliche Straße überqueren. Die Gemeinde versichert, an einer Lösung zu arbeiten. Die „Krone“ hat sich im Zuge der neuen Initiative „Sicherer Schulweg“ ein Bild von der Situation gemacht. 

„Mein ältester Sohn Felix wird nächstes Jahr eingeschult und dieser Gedanke bereitet mir jetzt schon große Sorge“, meint Karin Demel aus Breitenbach am Inn. Die Familie wohnt – wie schon einmal kurz berichtet – im Ortsteil Kleinsöll an der stark befahrenen Landesstraße – ohne einen Gehsteig weit und breit. Und das ist das große Problem, wie sich auch die „Krone“ unlängst ein Bild von der für die dreifache Mutter „untragbaren Situation“ machen konnte.

Auf Gehör über die Straße huschen
Die Haltestelle für den Schulbus befindet sich nämlich auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Felix muss somit - wie auch schon bald seine Geschwister - künftig auf Gehör über die Straße huschen und hoffen, dass ihn kein Auto erfasst. „Eine Horrorvorstellung für mich“, sagt die gebürtige Steirerin.

„Kaum ein Auto reduziert die Geschwindigkeit“
Besorgniserregend ist für Demel auch, dass sich diese Bushaltestelle nur rund 50 Meter nach dem Ortsschild befindet. „Kaum ein Auto, das mit 100 km/h auf der Landstraße daherbraust, reduziert die Geschwindigkeit adäquat.“ Besonders gefährlich: Ein Hügel auf der einen und ein Haus nach einer Rechtskurve auf der anderen Seite sind der Grund, dass herannahende Fahrzeuge erst spät wahrgenommen werden.

„Es wird an einer Lösung gearbeitet“
BM Alois Margreiter betont, dass der „seit den Gemeinderatswahlen 2016 sehr aktive Verkehrsausschuss“ mit der Sachlage in Kleinsöll schon bestens betraut sei. „Es wird bereits gemeinsam mit dem ebenfalls an der Landesstraße weiter westlich gelegenen Kreuzungsbereich im Ortsteil Strass an einer Lösung gearbeitet“, versichert der Ortschef.

Grundsätzlich sei aber anzumerken, dass Fußgängerübergänge auf Landesstraßen nur im Einvernehmen mit dem Bezirksamt errichtet werden können. „Und ein solcher kann natürlich nicht an jedem Punkt errichtet werden“, so Margreiter. Vor dem Haus der Familie Demel würde er aber bestimmt Sinn machen.

In Brixlegg-Mehrn sind „Schilder schon bestellt“
Auch der 20-minütige Schulweg der Tochter von Katrin und Clemens Steiner aus Brixlegg ist - wie berichtet - gespickt mit Gefahrenstellen. Um einen Gehsteig zu errichten, hat die Gemeinde nun einen Grundstücksstreifen erworben - und es wurden Schilder bestellt.

„In Brixlegg wurde kürzlich im gesamten Ortsgebiet eine 30er-Beschränkung eingeführt - ausgenommen Durchzugsstraße“, berichteten Karin und Clemens Steiner der „Krone“. „Leider würden sich aber nur wenige Autofahrer daran halten“, ärgern sich die Eltern von zwei Mädchen. Vor allem die Sorge um ihre siebenjährige Tochter, die mit Nachbarskindern täglich rund 20 Minuten zur Volksschule geht, ist groß. Speziell der erste Abschnitt im Ortsteil Mehrn sei schmal und an manchen Stellen unübersichtlich.

„Bauarbeiten eventuell noch im Spätherbst“
Doch nun scheint der Schulweg zumindest ein wenig sicherer zu werden: Die Planungsarbeiten für einen Gehsteig im Bachbereich wurden laut Bürgermeister Rudolf Puecher nun vergeben. „Sollte es aus behördlicher und finanzieller Sicht noch möglich sein, die Bauarbeiten im Spätherbst durchzuführen, so passiert das noch heuer, ansonsten ist die Realisierung für Spätwinter bzw. Frühjahr 2020 geplant“, so der Ortschef.

Und es sei in Brixlegg geplant, noch mehrere Schulwege mit Schildern „Vorsicht Kinder“ zu versehen. „Diese wurden bereits bestellt“, erklärt Puecher.

Samuel Thurner
Samuel Thurner

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