Einen politischen Umbruch gibt es in Reutte: Nach zwölf Jahren an der Spitze des Bezirkshauptorts schaffte es SP-Bürgermeister Helmut Wiesenegg (Bild) 2010 nicht einmal in die Stichwahl (23,55 Prozent). VP-Kandidat Dietmar Koler (42,71 Prozent) und Alois Oberer ("Team Leben", 33,74 Prozent) werden in 14 Tagen gegeneinander antreten.
Im Gemeinderat ist nun Kolers Liste ("Gemeinsam für Reutte") mit 42,93 Prozent die stärkste Fraktion, gefolgt von "Team Leben" (24,48 Prozent). Wieseneggs Bürgermeisterliste erreichte nur 19,04 Prozent.
Schnitzer scheitert in Ehrwald
In Ehrwald ist der Landtagsabgeordnete des Bürgerklubs, Thomas Schnitzer, bei der Bürgermeisterwahl gescheitert. Er unterlag seinem Kontrahenten Martin Hohenegg mit nur 45 Prozent.
Auch im Gemeinderat hat Schnitzer keine Mehrheit mehr. Seine Liste verfügt über sechs Sitze. Die Gruppierung des neuen Ortschefs hat neun Mandate.
In Elmen setzte sich VP-Landtagsabgeordneter Heinrich Ginther überlegen mit 71,86% gegen seinen Herausforderer durch.
Zwei Frauen an Gemeindespitze
Im Außerfern gibt es nun bereits zwei weibliche Ortschefs: Maria Zwölfer wurde in Lermoos bestätigt (54,78%), in Heiterwang setzte sich am Sonntag Beate Reichl mit ihrer "Liste für Fortschritt und Zusammenarbeit" durch und eroberte mit 66,3 Prozent den Bürgermeistersessel.
Von den 279 Tiroler Gemeinden waren bisher nur zwei in Frauenhand. Innsbruck (wo es am Sonntag keine Wahlen gab; Anm.) und Lermoos - nun ist mir Heiterwang eine dritte hinzugekommen.
Debakel für die SP in Imst
Der Kandidat der "Bürgermeister-Liste" Franz Haselwanter musste eine harte Schlappe einstecken: Er erreichte lediglich 14,7 Prozent der Wählerstimmen. Der amtierende Bürgermeister Gebi Mantl kam auf 41,29 Prozent und muss in zwei Wochen gegen Stefan Weirather (31,84%) von der Liste "Alle für Imst" in einer Stichwahl antreten.
Im Gemeinderat wurde die Liste von Gebi Mantl stärkste Fraktion mit 25,58 Prozent, vor Weirathers Liste mit 22,86 Prozent. Die SP-Liste kam nur knapp über 11 Prozent.
Stenico in Landeck bestätigt
Engelbert Stenico von der SP wurde klar mit 56,4 Prozent als Bürgermeister bestätigt. Im Gemeinderat steht ihm aber eine starke Volkspartei gegenüber. Dieser erreichte nämlich mit 42,73 Prozent mehr Stimmen als die SP-Liste (39,62 Prozent). Beide halten bei acht Mandaten. Die Grünen erhalten ein Mandat, die FP zwei.
In der bisherigen SPÖ-Gemeinde Zams bei Landeck hat die ÖVP mit ihrem Kandidaten Siegmund Geiger eine Bürgermeisterstichwahl gegen den amtierenden SP-Ortschef Helmut Gstir erzwungen. Er kam auf 34,7 Prozent.
Die ÖVP hat in Zams - der Heimatort von Landeshauptmann Günther Platter - sieben Sitze. Die SPÖ stellt dort nur noch vier Mandate.
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