Missbrauchs-Debatte

Tirols Bischöfe stellen nun den Zölibat in Frage

Tirol
13.03.2010 11:37
Tag für Tag erhöht sich die Zahl der Opfer, die über sexuellen Missbrauch oder Gewalt in katholischen Institutionen berichten. Die für Tirol zuständigen Bischöfe Manfred Scheuer (Diözese Innsbruck) und Alois Kothgasser (Salzburg) reagierten nun mit größtem Bedauern. Und beide stellen sogar den Zölibat in Frage.

Die Kirchenoberhäupter konnten zur aktuellen Diskussion nicht länger schweigen. Innsbrucks Bischof Scheuer spricht von großem Unrecht und gibt zu: "Jedes einzelne Vergehen macht mich tief betroffen, ist zutiefst beschämend und ich bedauere es sehr."

Man werde nun jeder neuen Meldung nachgehen. Die Kirche habe hier Fehler gemacht. Scheuer stellt sogar die "zölibatäre Lebensform“ in Frage, schränkt aber ein: "Die Aufhebung des Zölibats allein wird dem Leiden der Betroffenen nicht gerecht."

Auch Scheuers Salzburger Amtskollege Alois Kothgasser spricht sich offen für eine Diskussion über den Zölibat aus: "Die Kirche wird überlegen müssen, wie sie diese Lebensform weiterpflegen kann, oder was sie verändern muss." Auch Kothgasser drückte im ORF seine tiefe Scham aus - für das große Leid, das Priester jungen Menschen angetan hätten.

von Andreas Moser, Tiroler Krone

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