03.04.2019 13:56 |

Trauriger Melderekord

Zahl der Kinderporno-Meldungen im Netz verdoppelt

Trauriger Rekord bei „Stopline“: Mit 15.194 gemeldeten Inhalten verzeichnete die Meldestelle gegen sexuelle Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger und NS-Wiederbetätigung im Internet im Vorjahr nahezu eine Verdopplung der Meldungen. Auch bei der Zahl der tatsächlich illegalen Inhalte gab es mit 2867 - das entspricht einem Plus von 1045 illegalen Inhalten - einen starken Anstieg.

Dabei geht der Anstieg ausschließlich auf das Konto von sexuellen Missbrauchsdarstellungen. 97 Prozent der Meldungen betrafen diesen Bereich, nur etwa ein Prozent (in Absolutzahlen: 174) bezog sich auf NS-Inhalte. Rund zwei Prozent fielen unter Sonstiges, um das sich „Stopline“ nur in Ausnahmefällen wie etwa bei besonders schwerwiegenden Gewaltdarstellungen kümmert. Die meldungsstärksten Monate waren 2018 Juni und August mit jeweils etwa 3000 gemeldeten Inhalten.

Von 14.682 Meldungen über sexuelle Missbrauchsdarstellungen von Minderjährigen im Internet klassifizierten die „Stopline“-Experten 2844 als tatsächlich illegal. Bei Inhalten im Sinne nationalsozialistischer Wiederbetätigung waren es 23 von 174. Gerade bei den NS-Inhalten habe man es mit vielen Grenzfällen zu tun, erläuterte Maximilian Schubert, Generalsekretär der Internet Service Provider Austria am Mittwoch: „Die Verbreiter bewegen sich oft bewusst auf einer Grenzlinie zur Meinungsfreiheit.“

„Österreich unattraktiver Standort für illegale Inhalte“
Nach wie vor sehr wenige der gemeldeten Inhalte wurden in Österreich entdeckt. Das hat Schubert zufolge damit zu tun, dass Österreich ein sehr unattraktiver Standort für illegale Inhalte ist. Hierzulande wurden im vergangenen Jahr 21 Inhalte lokalisiert, einer mit NS-Bezug, die anderen betrafen sexuelle Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger. Dass es deutlich mehr gegenüber 2016 und 2017 (jeweils ein Inhalt) waren, beunruhigte wie „Stopline“-Projektleiterin Barbara Schloßbauer nicht, da es noch immer deutlich weniger als ein Prozent der illegalen Inhalte betreffe. Dazu kommt, dass Inhalte, sobald sie von „Stopline“ als illegal klassifiziert werden, in der Regel innerhalb eines Tages gelöscht werden, meist innerhalb weniger Stunden.

Meiste gemeldete Inhalte in USA und den Niederlanden gehostet
Nach wie vor finden sich die meisten illegalen Inhalte bei US-Providern (45 Prozent). Mit 38 Prozent sind aber die Niederlande stark am Aufholen. Die Zahl der illegalen Inhalte, die dort gehostet werden, habe sich gegenüber 2017 mehr als verdreifacht. Schubert erklärte dies damit, dass dort zumindest zwei Provider erst dann gegen illegale Inhalte auf ihren Servern vorgehen, „wenn die Polizei vor der Tür steht“ und damit auch unausgesprochen werben würden. Damit seien diese Provider für die Verbreiter illegaler Inhalte ausgesprochen attraktiv.

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