Mo, 24. Juni 2019
23.02.2019 08:30

Start am 1. April

Ärztedienst neu: Die Obersteiermark macht Sorgen

Die Entwicklung ist dramatisch: In der Steiermark wird es zusehends schwieriger, in der Nacht und an den Wochenenden ärztliche Bereitschaftsdienste zu besetzen. Erst kürzlich kam es deshalb in Liezen zu einer gefährlichen Situation mit einem Kleinkind. Große Hoffnung ruht nun auf dem neuen Bereitschaftssystem, das am 1. April startet. Die Obersteiermark bleibt aber Sorgenkind.

Auf über 40 Grad fieberte am Wochenende in Liezen eine 4-Jährige hinauf. Als das Kind dann noch über starke Rückenschmerzen klagte, schrillten bei den Eltern die Alarmglocken: „Ich hatte Angst, dass meine Tochter eine Lungenentzündung hat, deshalb rief ich beim ärztlichen Notdienst an“, erzählt der Vater im Gespräch mit der „Krone“.

Einziger Arzt war beschäftigt
Da nur ein Mediziner für den gesamten Bezirk zuständig und dieser gerade am anderen Ende der Region im Einsatz war, blieb den Eltern nur noch eines: die Rettung zu rufen.

Tochter hatte echte Grippe
„Diese brachte uns schließlich ins LKH nach Kirchdorf in Oberösterreich. Das kann’s ja nicht sein, dass für den größten Bezirk Österreichs nur ein einziger Arzt da ist“, schüttelt der Liezener den Kopf. Seiner Tochter, die an einer echten Grippe erkrankt war, geht es übrigens wieder gut.

Aus 92 Sprengel werden nun 24 neue Regionen
Genaue solche Situationen soll das neue steirische Bereitschaftssystem ab 1. April vermeiden: „Die Versorgung erfolgt von Montag bis Freitag von 18 bis 24 Uhr sowie an Wochenenden und feiertags von 7 bis 24 Uhr durch Bereitschaftsärzte, dann übernimmt die Rettung. Vorgeschaltet wird das neue Gesundheitstelefon, bei dem Experten einschätzen, was der Patient braucht“, erläutert Projektleiter Andreas Martischnig vom Gesundheitsfonds Steiermark.

Obersteirer zögern noch
Mehr als 260 interessierte Mediziner haben ihre Teilnahme bereits angekündigt (neuerdings dürfen nicht nur Kassen-, sondern auch Wahl- oder etwa Spitalsärzte mitarbeiten), Sorgenkind bleibt nach wie vor die Obersteiermark, Martischnig: „Hier müssen wir noch Überzeugungsarbeit leisten.“

Drei steirische Regionen als Ausnahme
Die Kritik, dass so manche Region bei der Planung zu groß gezogen wurde, kann der Experte übrigens entkräften: „In den Regionen 5, 7 und 11 wird es aufgrund der langen Anfahrtswege immer eine doppelte Besetzung geben. Anders würde es hier nicht gehen.“

Barbara Winkler
Barbara Winkler

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