19.02.2019 06:00 |

Trotz Wartelisten:

Dutzende Pflegebetten müssen leer bleiben

In Sachen Pflege hakt es an allen Ecken und Enden. Jetzt alarmieren die Betreiber öffentlicher Pflegeheime, dass aufgrund eines akuten Personalengpasses dringend benötigte Betten gar nicht mehr belegt werden können. Spitzenreiter ist der Bezirk Bruck-Mürzzuschlag, in dem aktuell bereits mehr als 60 Plätze unbesetzt sind.

„Wir verwalten uns zu Tode!“, sagt Gerald Maier verärgert. Der Obmann des Sozialhilfeverbandes Hartberg-Fürstenfeld kennt das Leid des Pflegepersonals: „Wenn ein Bewohner aus dem Bad kommt, muss der Betreuer jedesmal aufs Neue ausformulieren, wie es dem Bewohner danach geht. Die Angestellten klagen in der Regel nicht wegen der Bezahlung, sondern wegen der mangelnden Zeit, die sie für die Bewohner haben, der Druck ist enorm“, erzählt der Oststeirer.

Pflegepersonal bleibt immer kürzer im Beruf
Der oft harte Arbeitsalltag hat zur Folge, dass eine Pflegefachkraft heute nicht einmal mehr 15 Jahre im Beruf bleibt: „Die Verweildauer wird immer kürzer. Viele reduzieren auch auf Teilzeit, weil sie es sonst einfach nicht mehr schaffen würden“, weiß Maier.

Über 60 unbelegte Betten im Mürztal
Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind verheerend, im obersteirischen Mürztal bekommt man diese jetzt als erstes zu spüren: „Wir müssen bereits mehr als 60 Betten unbelegt lassen, da uns schlicht das Personal fehlt. Und das bei immer länger werdenden Wartelisten“, ist Oliver Wunsch, Geschäftsführer des Sozialhilfeverbandes Bruck-Mürzzuschlag, betroffen.

Abgelegene Häuser besonders betroffen
Acht öffentliche Pflegezentren mit knapp 800 Betten von Mariazell über Krieglach bis Bruck an der Mur gibt es in der von Abwanderung und Überalterung geprägten Region. Für manche Häuser lässt sich ganz besonders schwer geeignetes Personal finden: „Mariazell beispielsweise ist geografisch exponierter als andere Standorte, aber wir tun uns in Bruck oder Mürzzuschlag mittlerweile fast ebenso schwer, Fachkräfte zu bekommen“, erzählt Oliver Wunsch.

Maßnahmen kommen viel zu spät
Von der Politik erhofft man sich endlich mehr Biss: „Zum einen gibt es viel zu wenig Ausbildungsplätze, zum anderen werden wir um eine Pflegeversicherung nicht herum kommen“, stellt Gerald Maier energisch fest. Kollege Wunsch ergänzt: „Egal was passieren wird, die Maßnahmen kommen auf jeden Fall um Jahre zu spät“.

Barbara Winkler
Barbara Winkler

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