26.01.2019 10:48 |

Rede am Akademikerball

Strache-Kritik an „Linksradikalen“, Lob für Kickl

Während die Demonstration gegen den Akademikerball diesmal überschaubarer ausfiel als in den Vorjahren, hat sich am Freitagabend in der Wiener Hofburg einmal mehr das Who is who des rechten Politspektrums zum Tanz getroffen. Die Veranstaltung war gespickt mit freiheitlicher Prominenz, Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hielt vor rund 3000 Gästen die Eröffnungsrede (siehe Video oben). Dabei sparte er nicht mit geharnischter Kritik an den „linksradikalen Demonstranten“ und ergriff in der aktuellen Debatte über den Rechtsstaat Partei für Innenminister Herbert Kickl.

Strache kritisierte in seiner Rede vor den „werten Waffen- und Farbenbrüdern“, dass die „linksradikalen Demonstranten“ immer wieder mit „undemokratischen“ Mitteln versuchen würden, den Ball zu stören oder gar zu verhindern. „Als geschichtsbewusste freiheitliche Patrioten“ habe man aber das gute Recht, in der Hofburg, einem der zentralsten Orte der Republik Österreich, den Ball zu veranstalten.

„Gewalttätige Linksextremisten“ betreiben „Menschenjagd“
Niemand habe etwas gegen friedliche Demonstrationen, aber „wir erinnern uns nur allzu gut an gewalttätige Linksextremisten“, die in den vergangenen Jahren Ballgäste tätlich angegriffen hätten und randalierend durch die Straßen gezogen seien. Doch: „All das hat uns nicht aufgehalten und all das kann uns nicht aufhalten. All das bestärkt uns nur in unserem Tun, das konsequent fortzusetzen, was wir als richtig empfinden.“

Denn es sei bezeichnend, dass genau solche Menschen wie die Demonstranten, die sich Toleranz und Vielfalt auf die Fahnen heften, zugleich Korporationshäuser angreifen und „Menschenjagd“ betreiben würden - eine „Ungeheuerlichkeit“. Genau diese Menschen würden „jedem angeblichen Flüchtling Beifall klatschen, wo sich viele davon leider Gottes in der Folge als Straftäter entpuppen“.

Strache sieht es als Pflicht, hinderliche Gesetze zu ändern
Gegen solche Zustände trete man auf, bekräftigte Strache. Hier sprach er auch die Aufregung um die Äußerungen von FP-Innenminister Kickl zur Menschenrechtskonvention an und stärkte dabei seinem Parteikollegen den Rücken. Man habe die Verantwortung, zu verhindern, dass Kriminelle und Straftäter nach Österreich „importiert“ würden. Und es sei Pflicht als Verantwortungsträger, Gesetze, die es verunmöglichen, straffällige Asylwerber außer Landes zu bringen, zu ändern, meinte Strache unter tosendem Beifall. Schließlich wünschte er allen noch „eine rauschende Ballnacht“.

FPÖ-Granden, Identitären-Chef und AfD-Vertreter im Publikum
Unter den Besuchern der Veranstaltung fanden sich nicht nur FPÖ-Granden wie etwa Sozialministerin Beate Hartinger-Klein, auch der Chef der Identitären Bewegung Österreichs, Martin Sellner, war wieder dabei. Ebenso zugegen waren Vertreter der rechten deutschen AfD, darunter Nikolaus Kramer, Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, und der AfD-Bundestagsabgeordnete Enrico Komnig.

Willi Gabalier kein Burschenschafter, aber „in alle Richtungen tolerant“
Als Stargast hatte die FPÖ einen echten Gabalier verpflichtet: Willi Gabalier, Bruder von Volksmusik-Star Andreas und bekannt durch die ORF-Sendung „Dancing Stars“, tanzte die Mitternachtseinlage. Er war laut eigener Aussage zum ersten Mal am Akademikerball zu Gast. Man müsse „in alle Richtungen tolerant“ sein, meinte er. Er selbst sei zwar kein Burschenschafter, aber er habe viele Freunde bei Burschenschaften.

„Schießt Strache auf den Mond, das ist Raumfahrt, die sich lohnt“
Bei der Gegendemo, zu der das Bündnis „Offensive gegen Rechts“ geladen hatte, dominierten Parolen gegen die türkis-blaue Regierung, etwa: „Schießt den Strache auf den Mond, das ist Raumfahrt, die sich lohnt.“ Die Veranstalter sprachen von rund 4500 Teilnehmern, die Polizei registrierte etwa 1600 Demonstranten. 1900 Beamte waren im Einsatz, zu Sachbeschädigungen oder Festnahmen kam es nicht.

„Die polizeilichen Ziele konnten zur Gänze erreicht werden“
Nach der Kundgebung zog die Exekutive eine „erfreuliche Bilanz“: „Die polizeilichen Ziele, die Versammlungs- und Meinungsfreiheit zu schützen und für eine sichere Zufahrt der Ballbesucher zu sorgen, konnten zur Gänze erreicht werden“, sagte Gerhard Pürstl, Landespolizeipräsident und Leiter des Einsatzes.

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