Fr, 15. Februar 2019
19.01.2019 09:59

ÖVP-Doppelspitze

Fix: Karas und Edtstadler kandidieren bei EU-Wahl

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Der langjährige EU-Abgeordnete Othmar Karas und Staatssekretärin Karoline Edtstadler werden die ÖVP in die EU-Wahl am 26. Mai führen. „Ich habe die pro-europäische Tradition der ÖVP mitgeprägt. Daher stehe ich der Volkspartei und Bundeskanzler Sebastian Kurz mit ganzer Kraft zur Verfügung“, sagte Spitzenkandidat Karas in einer Videobotschaft (siehe oben) am Samstag.

Karas werde „gegen die Anti-EU-Populisten, die Europa zerstören wollen“ kämpfen, kündigte der 61-Jährige an. Nach Karas folgt nach Informationen der „Krone“ auf Listenplatz zwei Staatssekretärin Karoline Edtstadler. Die 37-Jährige soll von der Parteispitze als Vertreterin eines strengen Migrationskurses positioniert werden und mit ihrer Expertise am Europäischen Menschenrechtsgerichtshof punkten, wo sie vor ihrem Wechsel in die Politik arbeitete.

ÖVP-Kandidaten müssen für Parlamentssitz kämpfen
Die Entscheidung über die vollständige Kandidatenliste fällt der ÖVP-Bundesparteivorstand am Montag. Bei den Türkisen wird es im EU-Wahlkampf - wie berichtet - ein Vorzugsstimmensystem geben. Nur wer genügend Wähler mobilisiert, wird am Ende auch mit einem Abgeordneten-Ticket belohnt.

Karas als Vorzugsstimmenkaiser
Zuletzt gab es immer wieder Gerüchte, wonach Kurz auf Karas sogar verzichten könnte, da dieser doch immer wieder mit Kritik an der Regierung, und zwar auch an den eigenen Reihen, aufgefallen war. Aber gerade wenn es um Vorzugsstimmen geht, macht Karas so schnell niemand etwas vor. Bei der Wahl 2014 erzielte er 82.875 Vorzugsstimmen. Das waren zwar deutlich weniger als 2009, als es knapp 113.000 waren, Karas war aber österreichweit immer noch mit Abstand Erster. Und so kann er sich auch Meinungsverschiedenheiten mit der Bundespartei leisten.

Scharfer Kritiker der FPÖ
Zwischenzeitlich wurde Karas auch als EU-Kommissar gehandelt, eine Rolle in der er sich vermutlich gefallen würde. Allerdings dürfte dabei kaum der Koalitionspartner FPÖ mitspielen. Mit dieser ficht Karas regelmäßig Sträuße aus. Vergangenen Sommer etwa hatte der blaue Generalsekretär und Europamandatar Harald Vilimsky EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ein Alkoholproblem unterstellt, woraufhin Karas Vilimskys Äußerungen als „einer Regierungspartei unwürdig“ bezeichnete und eine Entschuldigung verlangte. Die Fehde mit Vilimsky besteht schon über Jahre, im Wahlkampf 2014 etwa bezeichnete der FPÖ-Politiker Karas als „EU-Pfarrer“.

Strache: „Karas in EU-Kommission schwer vorstellbar“
Anfang Jänner sagte FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache, dass Karas als EU-Kommissar für ihn „schwer vorstellbar“ sei. Es gebe da durchaus „unterschiedliche Ansichten“, so der Vizekanzler der türkis-blauen Koalition in der „ZiB 2“.

„Will Kandidat für alle sein“
„Ich will ein Kandidat für alle sein, die von der Europäischen Union überzeugt sind, aber auch für jene, die zu zweifeln begonnen haben, aber Europa besser machen wollen“, sagte Karas in der Videobotschaft. Er wolle die Wahl gewinnen und für mehr Zusammenhalt statt Nationalismus auftreten: „Europa ist nicht nur Vernunft. Ich habe Europa gern.“ Bei der EU-Wahl 2019 könnte die Ausgangslage für die ÖVP nicht besser sein, denn die Türkisen liegen bei nationalen Umfragen beständig und ungefährdet auf Platz eins. Für Kurz ist es die erste bundesweite Wahl, die er nach der Nationalratswahl 2017 zu schlagen hat.

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