Mo, 22. Oktober 2018

Unterstützt FPÖ-Idee

03.01.2018 15:58

Auch Staatssekretärin will Zentren für Asylwerber

Als FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus am 18. Dezember Asyl-Massenquartiere am Stadtrand von Wien gefordert hat, lehnte die ÖVP-Staatssekretärin im Innenressort, Karoline Edtstadler, diese Idee noch ab. Solche Quartiere seien „nicht die Lösung“, sagte sie damals. Für die kürzlich von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) ventilierte Idee, alle Asylwerber in Grundversorgungszentren unterzubringen, kann sie sehr wohl etwas abgewinnen. 

Die türkis-blaue Regierung wolle von der individuellen Unterbringung wegkommen, um die Asylverfahren zu beschleunigen, sagte die Staatssekretärin am Mittwoch in einem „Kurier“-Interview. Das unterstütze sie, sie sei aber der Meinung, es solle keine großen Asylzentren außerhalb der Stadt geben, „weil sich dann Parallelgesellschaften bilden und die Delinquenz steigt“, so Edtstadler.

Auf den Einwand, die Geschwindigkeit der Asylverfahren hänge doch an den Behörden, erklärte Edtstadler, dadurch ergebe sich manchmal das Problem, dass man nicht wisse, wer wo ist und die Antragsteller „oft plötzlich weg“ seien. Deshalb sollten die Asylwerber in Zentren versorgt werden, „damit sie die Zeit gut überbrücken können“.

Idee wird bei Regierungsklausur besprochen
Auf die Frage, ob jene rund 22.000 Asylwerber, die zurzeit in Österreich in Privatunterkünften leben, in die von Kickl angedachten Grundversorgungszentren, die der Innenminister in einem am Sonntag veröffentlichten Interview auch als „Rescue Center“ bezeichnete, übersiedeln müssten, erklärte die ÖVP-Staatssekretärin, das werde bei der Regierungsklausur, die Donnerstag und Freitag im Schloss Seggau bei Leibnitz in der Steiermark stattfinden wird, besprochen.

„Das Ziel sollte sein, niemanden übersiedeln zu müssen, sondern die Verfahren vorher abzuschließen“, sagte Edtstadler dem „Kurier“. Wie viele und wie große Zentren es geben werde, hänge auch davon ab, ob es gelinge, die illegale Migration zu stoppen, so die 36-Jährige.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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