300 Euro pro Monat

20-jähriges Duo in NÖ als Schutzgeld-Erpresser verhaftet

Österreich
09.02.2010 15:15
Zwei 20-jährige gebürtige Serben stehen im Verdacht, von zwei jungen Männer im niederösterreichischen Vösendorf "Schutzgeld" gefordert zu haben. Die Verdächtigen sollen Mitte Jänner von ihren ehemaligen Schulkollegen monatliche Zahlungen in Höhe von 300 Euro verlangt haben. Andernfalls würden sie "Probleme bekommen"...

Die Verdächtigen Arben B. und Thomas V. waren an einem Jännerabend in die Wohnung der Opfer gekommen (über deren Identitäten gab die Polizei nichts bekannt, Anm.) und hatten zunächst ein freundliches Gespräch begonnen. 

Der Verdächtige B. soll dann gefragt haben, ob die beiden jungen Männer mit irgendjemand Probleme hätten. Als sie verneinten, soll B. entgegnet haben, dass er dann wohl dafür sorgen müsse, dass sie Probleme bekommen werden. Laut Polizei soll er schließlich vorgeschlagen haben, dass er sie mit seinen Leuten beschützen werde, wenn sie ihm jeden Monat 300 Euro bezahlen würden.

Nachdem die jungen Männer (20 und 22) der Aufforderung nicht nachkamen, sollen sie mit Misshandlungen und Gewalttätigkeiten bedroht worden sein. Die beiden Beschuldigten hätten außerdem erzählt, dass anderen Personen, die sich geweigert hätten, Schutzgeld abzuliefern, Finger abgeschnitten worden seien. Da der 22-Jährige kein Geld daheim hatte, hätten die Serben dann ein Playstation-Spiel und eine DVD mitgehen lassen.

Verdächtiger verbüßte Haftstrafe ab
In der folgenden Nacht soll V. mit vier Unbekannten nochmals gekommen sein. Als die beiden jedoch die Tür nicht öffneten und die Polizei verständigten, sei die Gruppe geflüchtet. Seitdem hätten sich die beiden Bedrohten nicht mehr in die Wohnung zurückgetraut. 

In den Wochen danach kam es aber zu keinen weiteren Kontaktaufnahmen seitens der Verdächtigen - laut Sicherheitsdirektion eventuell deshalb, weil B. wegen einer schweren Körperverletzung seit Monaten in der Justizanstalt Wien-Simmering in Strafhaft ist und nur selten Haftausgang hatte.

Polizei vermutet, dass es noch weitere Opfer gibt
Thomas V. wurde schließlich Ende Jänner verhaftet und in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert, Arben B. saß ja bereits in Wien-Simmering ein. Die Verdächtigen gaben an, lediglich auf einen "Freundschaftsbesuch" bei dem Erpressungsopfer vorbeigeschaut zu haben, das Spiel hätten sie sich nur ausgeborgt. Beide bestritten bei ihrer Einvernahme Ende Jänner, jemanden erpresst oder bedroht zu haben, was allerdings in der Zwischenzeit durch weitere Zeugenaussagen widerlegt worden sei. Es bestehe der Verdacht, dass das Duo noch ähnliche Delikte begangen habe, so die Polizei.

Hinweise aufgrund der Lichtbilder werden vom Dauerdienst des Landeskriminalamtes für Niederösterreich unter der Telefonnummer 059133/30 3333 entgegengenommen.

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