Mi, 23. Jänner 2019

Gefahr durch Akkus

15.12.2018 09:51

Jährlich 900 Brände durch schadhafte Elektrogeräte

Die Anzahl der Akkus in den österreichischen Haushalten steigt - und somit auch die von ihnen ausgehende Brandgefahr, warnen Experten des Kuratoriums für Verkehrssicherheit und der MA 39 in Wien. Rund 900 Brände sind in Österreich jährlich auf Elektrogeräte zurückzuführen. Damit stellen sie die zweithäufigste Brandursache dar. Doch die Gefahr wird vielfach unterschätzt.

„Im Umgang mit offenem Licht und Feuer sind sich die meisten Menschen der damit verbundenen Gefahr bewusst. Mit Elektrobränden rechnen hingegen die Wenigsten“, sagte die Wiener Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal am Freitag bei einem Pressegespräch in Wien. Deswegen sei Bewusstseinsbildung für dieses „brandaktuelle Thema“ umso wichtiger.

Wie viele Elektrobrände auf Akkus zurückzuführen sind, sei noch nicht statistisch erfasst, erklärte Armin Kaltenegger vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV). Aber ein Trend nach oben lasse sich erkennen. Das sei mitunter auf die steigende Anzahl an Akkus im Haushalt - etwa in Smartphones, Tablets, ferngesteuerten Autos und Kuscheltieren - zurückzuführen. Im Durchschnitt lassen sich 14 Akkus pro Haushalt zählen.

Unwissend und unbekümmert
Eine österreichweite Umfrage des KFV unter 1000 Personen hat ergeben, dass Unbekümmertheit und Unwissenheit im Hinblick auf die Gefahrenquelle Akku vorherrschen. „Nur weniger als die Hälfte der Befragten überwacht den Ladevorgang der Akkus. Ein Drittel ist währenddessen noch nicht einmal daheim“, sagte Kaltenegger. Jeder fünfte Befragte legt die Geräte beim Aufladen auf leicht brennbare Unterlagen und jeder sechste kennt die im Brandfall zu wählende Notrufnummer 122 nicht. Das ist umso bedenklicher, wenn im Haushalt kein funktionstüchtiger Feuerlöscher (50 Prozent) und kein Rauchwarnmelder (60 Prozent) vorhanden sind.

Selten, aber gefährlich
Sechs Prozent der Befragten geben an, bereits einen Zwischenfall mit einem Akku erlebt zu haben. Die Vorfälle reichen dabei von Überhitzung und aufgeblähtem Zustand des Akkus bis hin zu tatsächlichen Bränden und Stromschlägen. „Akkubrände sind zwar nach wie vor ein seltenes Phänomen, aber wenn es eintritt, dann in sehr gefährlichen Umständen“, warnte Kaltenegger davor, die Gefahr auf die leichte Schulter zu nehmen.

Fehlerhafte Bedienung und Gerätemängel häufigste Brandursache
Die häufigsten Brandursachen sind auf fehlerhafte Bedienung, Vergesslichkeit und schadhafte Geräte zurückzuführen und lassen sich somit bekämpfen. „Lassen Sie Akkus nicht in der Hitze liegen“, empfahl Dieter Werner, Laborleiter des Bauphysiklabors der MA 39. Extreme Temperaturen - sowohl Hitze als auch Kälte - würden die chemischen Abläufe im Inneren des Akkus beeinflussen und die Leistung in Mitleidenschaft ziehen. Auch sollten Originalladegeräte verwendet werden, damit sichergestellt ist, dass die richtige Spannung vorhanden ist.

Ist der Akku beschädigt, aufgebläht oder gewölbt, sollte er entsorgt werden. Bei einem Ladestand von 20 bis 30 Prozent empfiehlt es sich, den Akku aufzuladen und das am Besten nicht über Nacht, da auch ein permanent hoher Ladestand den Akku belastet. „Lässt es sich dennoch nicht vermeiden, dann schalten Sie das Handy aus“, empfahl Werner. Nicht zuletzt sollten Akkus nicht auf brennbaren Unterlagen geladen werden. Schließlich könne ein Überhitzen des Akkus zu einem technischen Defekt und damit im schlimmsten Fall zu einem Brand führen.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Ethnische Daten
Rekrutierungs-Affäre: 100.000 Euro Strafe für PSG
Fußball International
87-Jährige als Opfer
Entführungs-Krimi in der Esterhazy-Dynastie
Burgenland
Seit Mai ohne Tor
Mario Balotelli wechselt von Nizza zu Marseille
Fußball International
Muskelverletzung
Tottenham wochenlang ohne Dele Alli
Fußball International
Der „Prinz“ ist da
Boateng: „Ich wäre auch nach Barcelona gelaufen“
Fußball International
Flugzeug verschwunden
Guardiola zu Sala-Tragödie: „Wir hoffen noch!“
Fußball International
Kommt aus Finnland
Austria holt 19-jährigen Stürmer Sterling Yateke
Fußball National
2:1 gegen Bahrain
Südkorea zittert sich ins Asien-Cup-Viertelfinale
Fußball International
Verhandlungen stocken
Rapid: Verpflichtung von Maurides geplatzt
Fußball National
Nicht zurechnungsfähig
Ehefrau ins Koma geprügelt - Täter muss in Anstalt
Oberösterreich
Eder ausgeschieden
Paraski-WM: Keine RTL-Medaille bei den Damen
Wintersport
Neo-Kicker präsentiert
Boateng bei Barca: „Messi ist ein großes Geschenk“
Fußball International
Premier League
Platzsturm: Geldstrafe für Arnautovic-Klub
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.