Mo, 19. November 2018

1600 Wildunfälle/Jahr

20.10.2018 13:00

Auf Tirols Straßen lauert wieder „wilde“ Gefahr

Könnten Sie jetzt noch bremsen? Jeder Autofahrer kennt sie - die Schilder mit einem darauf abgebildeten Hirsch, die am Straßenrand auf die Gefahr vor Wildwechsel aufmerksam machen. Leider helfen aber auch diese nicht immer. Allein in Tirol ereignen sich Jahr für Jahr 1600 Wildunfälle mit zum Teil schwer verletzten Personen. Besonders jetzt im Herbst ist wieder erhöhte Vorsicht geboten!

Wie gefährlich ein Wildwechsel sein kann, bekam eine 23-jährige Oberländerin am Donnerstagabend am eigenen Leib zu spüren. Die junge Frau war kurz nach 22 Uhr auf der B189 von Tarrenz in Richtung Imst unterwegs, als plötzlich ein riesiger Hirsch auf die Fahrbahn lief. Die Lenkerin hatte keine Chance - ein Ausweichmanöver war unmöglich. Es kam zum Frontal-Crash! Das über 100 Kilogramm schwere Tier wurde daraufhin noch gegen das entgegenkommende Auto eines 24-Jährigen geschleudert. An beiden Pkw entstand enormer Sachschaden. Die 23-jährige Frau erlitt erhebliche Verletzungen und musste mit der Rettung ins Krankenhaus Zams eingeliefert werden.

Wildunfälle wie dieser sind in Tirol leider alles andere als eine Seltenheit - und häufen sich besonders jetzt im Herbst. Im Schnitt ereignet sich hierzulande alle fünf Stunden ein Crash mit einem Wildtier. Im Vorjahr waren es an die 1600. Die Zahl der verletzten Personen belief sich auf 22. Zudem werden allein in Tirol Jahr für Jahr schätzungsweise über 1000 Tiere bei Verkehrsunfällen getötet.

Bei Aufprall werden aus 20 Kilo plötzlich 2 Tonnen
Kommt es zu einer Kollision zwischen Auto und Wildtier, werden gewaltige Kräfte freigesetzt! „Trifft man mit 50 km/h auf einen 20 Kilogramm schweren Rehbock, wirkt eine halbe Tonne auf das Fahrzeug und die Insassen, bei 100 km/h beträgt die Aufprallwucht zwei Tonnen“, warnen Experten vom ÖAMTC.

Ausweichmanöver sind größte Unfallgefahr
Eine weitaus größere Gefahr drohe aber bei riskanten Ausweichmanövern. „Wenn man etwa mit dem Auto im Gegenverkehr landet oder gegen einen Baum am Straßenrand kracht, sind die Folgen oft dramatischer als bei einem Zusammenstoß mit einem Wildtier“, heißt es weiter. Ist eine Kollision mit einem Hirsch oder einem Reh unvermeidlich, sollte der Lenker jedenfalls stark bremsen und das Lenkrad gut festhalten.

Aber Vorsicht! Wer abrupt abbremst und dadurch nachfolgende Verkehrsteilnehmer gefährdet, der riskiert im Fall eines Auffahrunfalls unter Umständen ein Mitverschulden. Entscheidend sei hier aber die Größe des in den Vorfall verwickelten Wildtieres.

„Freiland ist bei Nebel gefährliches Terrain“
In der düsteren Jahreszeit sorgt auch Nebel für viele Unfälle. „70 Prozent davon ereignen sich auf Landesstraßen im Freiland.“ Die Experten raten: „Abstand halten und runter vom Gas!“

Hubert Rauth
Hubert Rauth

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