So, 21. Oktober 2018

Kutschenunfall:

23.09.2018 13:58

Landwirt wurde zum Lebensretter

Nach dem schweren Kutschenunfall in Breitenbach, die "Krone" berichtete, befinden sich laut einem Sprecher der tirol kliniken alle Verletzten außer Lebensgefahr. Auch jene Französin, die reanimiert werden musste. Die „Krone“ sprach mit einem Ersthelfer über jene Minuten, in denen es um Leben und Tod ging.

Hannes H. ist ein 26-jähriger Landwirt aus dem Tiroler Unterland - am Freitag wurde er zum Lebensretter. „Ich war gerade mit Feldarbeiten beschäftigt, als mein Handy klingelte“, schildert der Unterländer im Gespräch mit der „Krone“. Am anderen Ende der Leitung sein Nachbar, der Kutscher - die Botschaft: Rund 500 Meter von ihm entfernt sei ein Unfall passiert - eine Kutsche sei samt Insassen in einen Bach gestürzt. „Wir sind sofort hingefahren und haben die Kutsche mit dem Radlader hochgehoben - das wäre mit menschlicher Kraft alleine niemals möglich gewesen“, erklärt der Bauer.

„Gott sei Dank, begann sie wieder zu atmen“
Gemeinsam mit seinem Bekannten Günther, der ihm am Feld geholfen hatte, dem Kutscher und seiner Begleitperson zogen die Männer die Verletzten unter der Kutsche hervor. „Eine Frau war mit dem Kopf unter Wasser, wir haben sie rausgezogen und sofort mit der Reanimation begonnen. Als sie wieder zu atmen begann, haben wir sie in die stabile Seitenlage gelegt“, schildert H. die drastischen Minuten. „Gott sei Dank waren die Rettungskräfte sofort da.“

„Da denkt man nicht viel nach, sondern hilft“
„Man tut, was man kann“, sagte H. am Samstag, „da denkt man auch nicht darüber nach, sondern hilft einfach so schnell und gut es eben geht.“ Ganz verarbeitet ist die Situation aber noch nicht, die Bilder stecken tief im Kopf: „Alle Verunglückten waren voller Dreck und Schlamm - und weil das ja ältere Menschen waren, war die Bergung schwierig.“ Umso erleichterter war er gestern, als er hörte, dass alle 16 Patienten stabil sind.

„Keinen klaren Grund, warum Pferd scheute“
Aber wie konnte es zu dem Unfall kommen? Die Ermittlungen der Polizei laufen noch. Fest steht aber, dass eines der Pferde plötzlich scheute. Der Kutscher versuchte noch das Tier zu zügeln, weil das Gelände aber abschüssig ist, kippte das Gespann um. Warum das Pferd so reagierte, weiß auch der Kutscher und Inhaber nicht: „Ich kann mir nicht erklären, was mit dem Pferd war. Es gab keinen erkennbaren Grund, warum es plötzlich zur Seite sprang“, sagte der Mann zur „Krone“. Auch bei ihm sind Schock und Betroffenheit riesig. 

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter

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