"Sie haben die Erde besucht, um kräftig zu feiern, doch nun ist die Party endgültig vorbei und es wird Zeit für ein richtiges Abenteuer", kündigt Ubisoft an und verspricht mit "Rabbids Go Home" das erste "Comedy-Adventure" der Mümmelmänner. Der Publisher wagt mit dem neuesten Ableger den Sprung weg vom Mini-Games-Sammelsurium hin zu einem verrückt-fröhlichen Jump'n'Run, dessen zugrundeliegendes Spielprinzip Erinnerungen an "We love Katamari" weckt.
Ziel ist es nämlich, so viel Krims und Krams wie möglich einzusammeln, damit die kleinen Hasen daraus einen Müllberg formen können, der bis zum Mond reicht. Genau dort vermuten die über ihre Herkunft rätselnden Tierchen nämlich ihren Ursprung. Und da es Müll auf der Erde ja bekanntermaßen reichlich gibt, macht sich ein beklopptes Karnickel-Duo gleich ans Werk, alles einzusammeln, was nicht niet- und nagelfest ist.
Bevorzugtes Arbeitsgerät der beiden ist ein Einkaufswagen, in den sowohl an- als auch organische Gegenstände eingeladen werden. Dafür genügt es zumeist, mit dem Wagen über die verstreuten und durch einen Kreis markierten Objekte hinwegzurollen. Häufig kommt es allerdings auch vor, dass Hindernisse oder kläffende Köter und Menschen den Weg versperren. In diesem Fall leistet eine gezielte "Bwaaah"-Attacke Abhilfe.
Durch Schütteln der Wii-Mote lassen sich mit deren Hilfe bestimmte Gegenstände zerbrechen, Gegner betäuben und Passanten bis auf die Unterhose ausziehen. Letztere können selbstredend wieder eingesammelt und für den Turmbau zum Mond verwendet werden. Neben der "Bwaaah"-Attacke darf auch mit dem "Kanonenkugelhasen" geschossen werden, um Gegner nackig zu machen. Optional kann dieser Part des Kanonenschützens von einem zweiten Spieler eingenommen werden. Großen Spaß bereit das Ballern mit der Wii-Mote auf Dauer allerdings nicht.
Das gilt gerade anfangs auch für die Müllsammlerei, denn trotz abwechslungsreicher Umgebungen bleibt die Misthatz bis auf diverse Zeit-Challenges recht eintönig, vor allem aber mangelt es an Herausforderungen. Erst ganz allmählich wird der Schwierigkeitsgrad angehoben, wirklich haarig wird "Rabbids Go Home" jedoch bis zuletzt nicht. Nur wer sämtliche der insgesamt 1.000 in jedem Level verteilten Gegenstände einsammeln möchte, dürfte ins Schwitzen geraten. Zwingend notwendig ist dies jedoch nicht, um weiterzukommen.
Wer eine Auszeit von den über 40 Missionen braucht, in denen der Einkaufswagen sukzessive gepimpt werden darf, kann schließlich im "Design-Modus" seine kreative Ader ausleben und mit Pinsel und Farbe Hand an die Rabbids anlegen. Mit Hilfe im Spiel eingesammelter Objekte und Werkzeuge lässt sich der Look der Hasen nach Herzenslust ändern. Die derart bearbeiteten Rabbids können anschließend ins Hauptspiel importiert werden und dort als "Kanonenkugelhasen" fungieren.
Fazit: Es ist durchaus löblich, dass Ubisoft mit "Rabbids Go Home" neue Wege beschreitet. Wirklich überzeugen kann der Titel allerdings nicht: Zu einfach und zu eintönig präsentiert sich die Misthatz. Am meisten jedoch schmerzt, dass der neueste Ableger - von der unspaßigen Option, Kanonenkugelhasen zu verschießen einmal abgesehen - keinen Mehrspieler-Modus bietet. Ob das Müllsammeln trotz schrägen Humors, genial-abgedrehten Soundtracks und hübscher Optik auf Dauer nämlich auch alleine begeistern kann, ist fraglich.
Plattform: Wii (getestet), DS
Publisher: Ubisoft
krone.at-Wertung: 6/10
von Sebastian Räuchle
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