Um Schmerz zu lindern

Mutter verabreichte kranker Tochter Drogen-Kur

Nachrichten
21.08.2018 17:03

Sie wollte ihre schwer kranke Tochter nicht mehr leiden sehen, deswegen ging eine Schulwartin aus der Steiermark einem Tipp eines Freundes nach. Sie züchtete Cannabispflanzen, um daraus Tinkturen und Salben herzustellen. Die gab sie dem Kind, ohne Wissen der Ärzte! Dafür musste sie sich vor Gericht verantworten.

Mit 14 erkrankte die Tochter an Lymphdrüsenkrebs. „Sie hat so unter der Chemotherapie gelitten! Nichts ist im Magen geblieben, ihr war ständig schlecht. Jemand hat mir den Tipp mit Cannabis gegeben“, erzählt die 46 Jahre alte Frau, die als Schulwartin in einer Volksschule arbeitet.

Die Pflanzen baute sie im Garten an, daraus stellte sie Tinkturen und Salben her. Den „Stoff“ versperrte sie in einem Kühlschrank samt Vorhängeschloss. „Warum das Vorhängeschloss?“, will Richterin Barbara Schwarz wissen. Damit der drogenabhängige Sohn nicht an „das Zeug“ komme. Er dürfte aber doch etwas „gefladert“ haben. Durch ihn kam die Sache nämlich ins Rollen: Ein Abnehmer hatte der Polizei diesbezüglich Informationen weitergegeben.

Cannabis-Tinktur im Krankenhaus verabreicht
Die selbst gebraute Tinktur verabreichte die Mutter dem kranken Mädchen - ohne, dass die Ärzte davon wussten. „Ich habe mich in die Materie ja eingelesen“, versucht sich die 46-Jährige zu rechtfertigen.

„Was Sie gemacht haben, war extrem fahrlässig, Sie haben nicht gewusst, was Sie ihr geben! Sie haben Glück gehabt, dass es gut ausgegangen ist“, redet ihr die Richterin ins Gewissen und verurteilt sie zu zwölf Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe. Nicht rechtskräftig! Dem Mädchen geht es wieder gut.

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