Do, 15. November 2018

Großer Sensor!

09.09.2018 07:15

Typhoon H Plus: Verbesserte Himmelskamera im Test

Der chinesische Drohnenhersteller Yuneec hat seine sechsrotorige Foto- und Videodrohne Typhoon H als Plus-Version neu aufgelegt und mit einer verbesserten Kamera ausgestattet. Die neue 20-Megapixel-Cam ist nicht nur lichtstark, sondern auch mit einem großen Sensor gesegnet. Beste Voraussetzungen für Fotos und Videos bei fordernden Lichtverhältnissen. Wir haben probegeknipst.

In vielerlei Hinsicht entspricht die neue der alten Drohne: sechs Rotoren, einfahrbare und beim Filmen nicht störende Landekufen, Kollisionsvermeidung und Automatikmodi. Mit ihnen fliegt die Drohne selbsttätig Punkte ab, landet automatisch wieder am Startpunkt oder folgt sich bewegenden Objekten.

Fast zwei Kilo schwer und damit registrierungspflichtig
Mit fast zwei Kilogramm Gewicht - die etwas teurere Variante mit Intel-Realsense-Kamera und besserer Hindernisvermeidung liegt sogar knapp darüber - inklusive Akku handelt es sich schon um einen etwas dickeren Brummer, den man idealerweise in einem Transportrucksack oder -koffer verstaut. Auch bedingt das Gewicht, dass die Drohne registrierungspflichtig ist. Nähere Infos dazu liefert die Website der heimischen Luftfahrtsicherung Austro Control.

Generell ist beim Drohnenflug Umsicht geboten, auch wenn ein sechsmotoriges Modell im Vergleich zum viermotorigen eine höhere Ausfallsicherheit bietet und bei Problemen noch sicher landen kann. Bebautes Gebiet, private Grundstücke, Menschenmengen - vielerorts ist der Drohnenflug mit Risiken behaftet und sollte Profis überlassen werden. Mit Lizenz und Duldung des Besitzers auf einem Acker herumfliegen kann mit der Typhoon H Plus aber auch der Laie schnell.

Fernsteuerung braucht kein Smartphone
Damit das gelingt, liegt alles, was benötigt wird, im Paket: die Drohne selbst und - beim Flug ebenso wichtig - die Fernsteuerung. Im Gegensatz zu kleineren Reisedrohnen dient hier nicht das Handy als Bildschirm, sondern eine Tablet-Fernsteuerung. Gut zwei Kilometer Reichweite soll die laut Hersteller bieten - eine Sichtverbindung vorausgesetzt. Im Test kam das annähernd hin, in größerer Distanz kommt es allerdings bisweilen zu Bildaussetzern bei der Videoübertragung.

Die Flugeigenschaften der Drohne sind gut. Dank sechs Rotoren fliegt der Hexakopter geräuscharm und stabil, die GPS-Ortsbestimmung lässt ihn auch bei Wind die Position halten. Anfängern wird ein langsamerer Flugmodus geboten, Profis könnten im Turbomodus bis zu 72 km/h erreichen. Die Motoren sind gefühlt etwas stärker als beim Vorgänger. Wer will, gewinnt schnell Höhe - bis zur ab Werk einprogrammierten und veränderbaren Höchstflughöhe von 122 Metern.

Auch bei schlechtem Licht noch gute Bilder
Dort oben, wo die Freiheit schier grenzenlos ist, ist der Pilot einer Typhoon H Plus mit einer stärkeren Kamera bewaffnet. 20 Megapixel auf einem Ein-Zoll-Sensor bei einer Lichtempfindlichkeit von F/2.8 ergeben auch bei schlechterem oder Dämmerlicht noch ansehnliche und rauscharme Bilder mit hohem Detailgrad. Auch Bewegtbild ist von guter Qualität. Einige Probeaufnahmen sehen Sie hier.

Yuneec Typhoon H Plus

Vollständig drehbarer Drei-Achsen-Gimbal
Ein Bonus im Vergleich zu den kleineren Reisedrohnen - DJI Mavic, bald die Mantis Q aus eigenem Haus - ist das um 360 Grad endlos drehbare und im Winkel zwischen -90 und -15 Grad nutzbare Drei-Achsen-Gimbal-Aufhängungssystem der Yuneec-Drohne. Damit gelingen stabile Aufnahmen, dank 4k-60fps-Modus bei 100 Megabit Datenrate am neuesten Stand der Aufzeichnungstechnik - eine hinreichend groß dimensionierte microSD-Karte vorausgesetzt.

Eine Akkuladung reichte in unserem Test in der Tat annähernd für die halbe Stunde, die der Hersteller angibt - natürlich auch abhängig vom Flugstil, Geschwindigkeit und Wind. Gefühlt sind die Akkus im Vergleich zum Vorgänger noch etwas ausdauernder geworden, für längere Flüge sollte man trotzdem stets mehrere mitführen.

Die Fernbedienung wartet mit einem hellen und großen Display auf, ein Sonnenschutz liegt bei. Wir griffen im Zweifel zusätzlich gern zur polarisierten Sonnenbrille, um Spiegelungen zu minimieren. Ganz ausschalten lassen sie sich allerdings nicht.

Bis man in der Luft ist, dauert es eine Weile
Beklagenswert ist unserer Ansicht nach die vergleichsweise lange Hochfahr- und Verbindungszeit. Bis die Fernbedienung gestartet ist und eine Verbindung mit dem Fluggerät aufgebaut hat, vergeht durchaus eine halbe Minute. Auch hätten wir uns stabilere Videoübertragung bei großer Distanz gewünscht. Erste Bildaussetzer gab es im Test auch schon bei der Hälfte der beworbenen Distanz. Wird die Übertragung schlechter, sollte man die Drohne auch langsam wieder zurückrufen.

Das klappt dank der vielen mechanischen Schalter an der Fernsteuerung auch recht unkompliziert. Home-Modus per Wippe aktivieren und der Typhoon H Plus beim Landen zusehen. Zwar fanden wir das GUI im Test teils etwas verschachtelt, die Basics per Schalter sitzen aber weitaus besser als bei manch gänzlich Smartphone-App-kontrollierter Minidrohne.

Fazit: Uns hat die überarbeitete Typhoon H im Test gut gefallen. Die Bildqualität genügt unserer Ansicht nach auch bei schlechterem Licht fast schon professionellen Ansprüchen. In Kombination mit der hohen Flugleistung, der Ausfallsicherheit und der einsteigerfreundlichen und Smartphone-losen Fernsteuerung ergibt sich ein gutes Gerät für Hobbypiloten. Wenngleich wir uns doch etwas mehr (Video-)Reichweite und etwas mehr Arbeitstempo bei der Fernsteuerung gewünscht hätten.

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Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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