Do, 18. Oktober 2018

Baustart 2019 möglich

08.08.2018 05:00

Neues Urteil ebnet Weg für umstrittenes Minex-Werk

Als bereits zweite Instanz hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden: Die neue Verhüttungsanlage auf dem früheren ÖDK-Gelände in Zeltweg entspricht den Umweltstandards. Während die Grazer Betreiberfirma Minex nun den Baustart 2019 anstrebt, erwägen die Gegner den Gang zum Verwaltungsgerichtshof.

2014 wurden die Pläne bekannt - jetzt erst ist grünes Licht für die Verhüttungsanlage in Sicht: Wie berichtet, plant die Grazer Firma Minex, eine Tochter der bayrischen Refratechnik-Gruppe, den Bau der Anlage auf dem ehemaligen Kraftwerks-Gelände der Österreichischen Donaukraftwerke (ÖDK), das seit 2001 brach liegt.

Dort soll der Kraubather Ultrabasit, ein Naturstein aus der Region, in hochtechnischen Verfahren zu zwei wertvollen Rohstoffen weiterverarbeitet werden. Einerseits zu Magnesium-Verbindungen, mit denen Plastik (etwa in Steckdosen) feuerfest gemacht wird; anderseits zu Kieselsäure für die Keramikindustrie.

Gegner haben kein Verständnis für Urteil
100.000 Tonnen Gestein pro Jahr - bisher ungenütztes Restmaterial von zwei Steinbrüchen - sollen verarbeitet werden; 70 direkte sowie 30 indirekte Arbeitsplätze entstehen. Doch die Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Aichfeld“ um Alexander Stöhr erhob zweimal Einspruch: 2015 beim Land Steiermark und 2017 beim Bundesverwaltungsgericht. Das hat nun in zweiter Instanz den Bau genehmigt - womit die Gegner keineswegs einverstanden sind.

„Einzelne Auflagen bei Natur- und Gewässerschutz bringen zwar Verbesserungen“, räumt etwa der Grüne Klubchef Lambert Schönleitner ein. „Aber das Werk erhöht die steiermarkweite CO2-Belastung um ein Prozent!“ Initiativen-Obmann Stöhr moniert, dass der Asbest-Gehalt des verwendeten Gesteins nicht ausreichend untersucht worden sei.

Steinbrüche seit 70 Jahren in Betrieb
Die Betreiber entgegnen entschieden: „Die Summen an Asbestfasern, die die Anlage angeblich freisetzen soll, sind Hochrechnungen von Grenzwerten, die für jeden Steinbruch in Österreich gelten“, erklärt Minex-Geschäftsführer Ulrich Koch. Die Steinbrüche in St. Stefan/Leoben und Preg, deren „Reste“ die neue Anlage verarbeiten wird, seien seit 70 Jahren in Betrieb. „Und es gibt in der Gegend keinen einzigen dokumentierten Fall von Asbestose (Lungenkrankheit, Anm.). Außerdem lösen sich die Asbestfasern bei uns in Salzsäure auf, wir vernichten sie also.“

Neuer Zeitplan: Betrieb frühestens Ende 2020
Auch Bedenken hinsichtlich des Wassers, das in die Mur geleitet werde, seien unbegründet, so Koch. Beim CO2-Ausstoß liege man dank einer bahnbrechenden neuen Technologie auf der Hälfte dessen, was vergleichbare Anlagen ausstießen.

So geht’s weiter: Die sechswöchige Frist für Einsprüche beim Verwaltungsgerichtshof läuft seit 3. August. Die Betreiber, die den Start eigentlich für 2017 planten, hoffen nun auf einen Baubeginn im Frühjahr 2019; Inbetriebnahme ist frühestens Ende 2020.

Matthias Wagner
Matthias Wagner

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