04.08.2018 12:15 |

Seit Jahresbeginn

Mehr als 1500 Menschen im Mittelmeer ertrunken

Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind laut UNO-Angaben mehr als 1500 Asylsuchende im Mittelmeer ertrunken. Mehr als die Hälfte von ihnen sei dabei im Juni und Juli gestorben, teilte das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag in Genf mit. Demnach stieg die Zahl der Todesfälle, obwohl die Gesamtzahl der über das Mittelmeer nach Europa gekommenen Menschen zuletzt deutlich gesunken ist.

Seit Jänner gelangten laut UNHCR gelangten ungefähr 60.000 Flüchtlinge nach Europa. In den ersten sieben Monaten des Vorjahres waren es etwa doppelt so viele. Spanien löste demnach inzwischen Italien als wichtigstes Ankunftsland ab. Dort kamen von Jänner bis Juli schon 23.500 Menschen an - so viele wie im gesamten Jahr 2017. Italien verzeichnete 18.500 Ankünfte, in Griechenland waren es 16.000.

Italien sperrt Häfen für private Hilfsorganisationen
Im Juni sperrt Italiens neue rechtspopulistische Regierung die Häfen ihres Landes für die Schiffe privater Hilfsorganisationen, die Flüchtlinge aus Seenot retten. Sie will nach eigenen Angaben erreichen, dass in Italien keine neuen Flüchtlinge mehr ankommen.

UNO fordert zu Kampf gegen Schlepperbanden auf
Das UNHCR rief die Staaten entlang der Hauptrouten dazu auf, die Netzwerke der Schlepperbanden zu zerschlagen. Menschenschmuggler nutzten immer seeuntüchtigere Boote. Zugleich forderte sie die Anrainerstaaten dazu auf, den Kapitänen von Rettungsschiffen die Möglichkeit zur Anlandung von geretteten Migranten zu garantieren. Das seit langem geltende universelle Prinzip, Menschen aus Seenot zu retten, müsse verteidigt werden, denn viele Leben seien in Gefahr.

Ein aktueller UNHCR-Bericht zeigt, dass sich im Vorjahr weltweit 70 Millionen Menschen auf der Flucht befanden. 3,7 Millionen Menschen seien demnach 2017 in die EU gekommen. In Österreich leben aktuell 173.000 Asylwerber - davon sind 115.000 Personen anerkannte Flüchtlinge.

 krone.at
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