Mo, 20. August 2018

Zentrum in China

25.07.2018 09:23

Facebook investiert dort, wo es zensuriert wird

Facebook hat eine Innovationsplattform in China eröffnet, obwohl das soziale Netzwerk im Reich der Mitte von der Zensur gesperrt wird. Mit einer Investition von 30 Millionen US-Dollar registrierte Facebook dafür eine Firma in der ostchinesischen Metropole Hangzhou, die auch Heimatstadt des chinesischen Internetriesen Alibaba ist, wie aus den amtlichen Meldeunterlagen hervorging.

Das Zentrum soll Entwickler, innovative Unternehmer und Start-ups unterstützen. Es folgt dem Beispiel von Plattformen, die Facebook in Brasilien, Indien, Frankreich und Südkorea eingerichtet hat. Es ist die erste offizielle Vertretung von Facebook auf dem chinesischen Markt, dessen „große Firewall“ das Netzwerk seit 2009 blockiert.

Meldung wurde später wieder getilgt
Die offizielle Anmeldung des neuen Facebook-Unternehmens wurde von der zuständigen nationalen Webseite jedoch wieder heruntergenommen, ohne dass ein Grund erkennbar war. Doch waren die Informationen noch auf Webseiten kommerzieller Anbieter wie Qixinbao zu finden, die solche Angaben von amtlichen Mitteilungen sammeln. Die Nachricht wurde auch sofort von chinesischen Staatsmedien aufgegriffen.

Facebook und WhatsApp werden blockiert
Chinas Zensur blockiert nicht nur das soziale Netzwerk, sondern stört auch seit vergangenem Jahr zunehmend den Facebook-Messenger-Dienst WhatsApp, der heute meist nicht mehr genutzt werden kann. Auch andere soziale Netzwerke und Internetangebote wie Twitter, Instagram, YouTube und selbst einfache Google-Suchen sind in China gesperrt.

Die Blockaden richten sich auch gegen ausländische Nachrichtenseiten wie von der „New York Times“, dem „Wall Street Journal“ oder die chinesische Version von Wikipedia sowie chinakritische Webseiten von Menschenrechtsgruppen. Viele Internetnutzer haben Tunnelsoftware, um die Sperren zu umgehen. Doch werden diese VPNs (Virtual Private Network) häufig auch gestört, so dass die Benutzung mühsam sein kann.

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