FIFA ermittelt

Thierry Henry droht Sperre nach WM-Quali-Handspiel

Fußball
02.12.2009 18:32
Frankreichs Stürmerstar Thierry Henry drohen nach seinem Handspiel im WM-Qualifikations-Play-off-Spiel gegen Irland Sanktionen durch den Fußball-Weltverband. FIFA-Präsident Joseph Blatter kündigte am Mittwoch in Kapstadt Untersuchungen der Disziplinarkommission an. Henry hatte vor dem Ausgleichstor, das Frankreich die Teilnahme an der WM bescherte, den Ball offensichtlich mit der Hand gespielt und Torschützen Gallas damit ideal bedient.

Der schwedische Referee Martin Hansson hatte das Vergehen nicht geahndet. Henry könnte nun für WM-Spiele gesperrt werden und somit im kommenden Sommer zumindest in der Vorrunde zum Zuschauen verurteilt werden. Henry hatte das Handspiel später eingestanden, sein Handeln aber gerechtfertigt. Blatter führte mit dem beim FC Barcelona spielenden Franzosen ein Telefongespräch. Der FIFA-Präsident hatte zudem öffentlich sein Verständnis für Henry geäußert.

Irland wollte als 33. Team zur WM
Nach der offensichtlichen Benachteiligung hatte Irland bei der FIFA einen Antrag gestellt, als 33. WM-Team zugelassen zu werden. Diese Bitte zogen die Iren noch vor der Sondersitzung des FIFA-Exekutivkomitees am Mittwoch in Kapstadt zurück. Sie hätte ohnehin keine Aussicht auf Erfolg gehabt. Blatter entschuldigte sich in ungewöhnlich offener Form bei den Iren für aus seiner Sicht falsch interpretierte Äußerungen zu dem Begehren. "Ich habe überhaupt nichts gegen die Iren. Sie sind außerordentlich tolle Sportsleute. Es tut mir Leid", sagte der Schweizer. Am Montag hatte Blatter bei einem Sponsorenkongress spöttische Anmerkungen über den irischen Antrag gemacht.

Auch Ausschreitungen in Kairo ein Thema
Die Disziplinarkommission wird sich auch mit den Ausschreitungen vor dem Qualifikationsspiel zwischen Ägypten und Algerien (2:0) beschäftigen. In Kairo waren bei Angriffen ägyptischer Fans algerische Spieler verletzt worden. Durch den anschließenden Sieg der Ägypter war ein Entscheidungsspiel notwendig geworden, das die Algerier (1:0) für sich entschieden.

Keine Tor-Schiris bei der WM
Fix ist seit Mittwoch, dass es bei der WM keine zwei Extra-Schiedsrichter hinter den Toren geben wird. Die FIFA schloss allerdings für die Zukunft den Einsatz von zusätzlichen Referees sowie technischer Hilfe nicht mehr aus. Zur Prüfung soll eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden. "2010 wird es beim Status quo bleiben. Danach werden wir sehen, wie es weitergeht", verkündete Blatter nach der von ihm einberufenen Sondersitzung des Exekutivkomitees.

Das Gremium rief noch eine weitere Arbeitsgruppe ins Leben. Eine Task Force soll klären, ob es künftig noch Play-off-Spiele in der WM-Qualifikation geben soll. In diesen Partien hatten sich sowohl in Afrika zwischen Ägypten und Algerien als auch in Europa wegen des Henry-Handspiels heftige Diskussionen entzündet.

Im Kampf gegen illegale Wetten wird die FIFA künftig mit Interpol (International Criminal Police Organization) kooperieren. Zudem sollen die Aktivitäten der drei verschiedenen Frühwarnsysteme (u.a. "Betradar") zusammengeschlossen werden. "Der Fußball wird von diesen illegalen Aktivitäten als Geisel genommen", sagte Blatter.

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