Flucht zu Ende

Zweiter Gefängnis-Ausbrecher auf Fahrrad gefasst

Ausland
01.12.2009 11:16
Die Jagd auf den deutschen Schwerverbrecher Peter Paul Michalski ist zu Ende: Der 46-Jährige, der in der vergangenen Woche zusammen mit einem Komplizen aus dem Gefängnis in Aachen ausgebrochen war, konnte am Dienstagvormittag in Schermbeck in Nordrhein-Westfalen festgenommen werden. Michalski war gerade mit einem Fahrrad (Bild) unterwegs, erklärten die Beamten. Bereits am Sonntag war Michalskis Komplize Michael Heckhoff (50) in Mülheim an der Ruhr gefasst worden.

Michalski wurde um 9.50 Uhr von Spezialeinsatzkräften auf einer Landstraße am Rande eines Wohngebietes überwältigt, wie die Polizei mitteilte. Laut WDR rammten die Polizisten den Flüchtigen von seinem Rad. Bei der Festnahme wurden weder Beamte noch der bewaffnete Michalski verletzt.

Zuletzt hatten die Fahnder den verurteilten Mörder in seiner alten Heimat in Ostwestfalen vermutet. Noch am Montagabend hatte die Polizei nach einem Zeugenhinweis ein Gelände in Gütersloh-Niehorst nach dem Flüchtigen durchsucht. Dabei war auch ein Hubschrauber im Einsatz - allerdings ohne Erfolg. Da der 46-Jährige aus dem ostwestfälischen Herford stammt, wurde vermutet, dass er dort noch über "soziale Kontakte" verfügte. Wie es nun zu der Festnahme in dem über 140 Kilometer entfernten Schermbeck kam, wollte die Polizei zunächst nicht sagen.

Wachbeamter half bei Ausbruch
Heckhoff und Michalski waren am Donnerstag aus einer bisher als ausbruchsicher geltenden Haftanstalt ausgebrochen. Sie öffneten fünf schwere Türen mit einem Schlüssel. Dabei soll ihnen ein Bediensteter der Justizvollzugsanstalt Aachen geholfen haben. Der 40-Jährige soll die Häftlinge sogar mit Dienstwaffen und Munition ausgestattet haben. Der Mann sitzt seit Samstag in Untersuchungshaft.

Beide Ausbrecher sind zu lebenslangen Haftstrafen und Sicherungsverwahrung verurteilt. Heckhoff war 1992 an einer blutigen Geiselnahme in der Justizvollzugsanstalt im sauerländischen Werl beteiligt. Michalski hatte 1993 im Hafturlaub einen Mittäter erschossen.

Der Ausbruch der beiden Schwerverbrecher hielt die Polizei und Bewohner Nordrhein-Westfalens tagelang in Atem. Die beiden Sträflinge zwangen nach ihrem spektakulären Ausbruch insgesamt fünf Menschen, ihnen bei der Flucht über Köln ins Ruhrgebiet zu helfen.

Ehepaar als Geiseln genommen
Die beiden Schwerverbrecher waren Samstag früh in das Haus eines Ehepaars in Essen-Werden eingedrungen. Dort verbrachten sie den ganzen Tag bis zum Einbruch der Dunkelheit. Das Duo hatte den Mann (56) und seine Ehefrau (53) mithilfe von Pistolen aufgefordert, ruhig zu bleiben und nicht die Polizei zu verständigen. "Sie aßen und tranken, guckten Fernsehen, duschten, zogen sich um, und einer der beiden schlief ein paar Stunden", hieß es im Polizeibericht. Die Gangster hätten die Eheleute nach deren Angaben nicht körperlich attackiert, wohl aber mit Gewalttätigkeiten bedroht, falls sie die Polizei rufen sollten.

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