Pellets-Kraftwerk

Anrainer fordern: "Weg mit der Staubschleuder"

Wien
28.11.2009 17:51
Riesenaufregung herrscht am Pelargonienweg in der Donaustadt. Grund ist ein Pellets-Kraftwerk mitten im Wohngebiet. Es soll eine neu errichtete Kleingartenanlage mit Warmwasser und Heizung versorgen. Anrainer sind empört. Sie sprechen von unerträglichen Belastungen durch Gerüche (verbranntes Holz) und Feinstaub.

Obwohl bisher keine Genehmigung vorliegt, ging die Anlage im September in Probebetrieb. "Wir mussten vor lauter Staub sogar die Wäsche reinhängen", sagt Anrainerin Elenora Burger. Andere befürchten vielmehr schwere gesundheitliche Schäden in den Atemwegen. Ein Hauptstreitpunkt ist die Anlieferung der Holzstanitzel (Pellets). Unter hohem Druck werden diese vom Lastwagen in das Kraftwerk geblasen – was laut Anrainern starken Lärm und Staubwolken verursacht.

"Nach Auskunft der Baufirma muss die Anlage zwei bis dreimal im Monat befüllt werden", wettert Burger, die mit rund einem Dutzend Mitstreitern schriftlich Beschwerde eingelegt hat. Mittlerweile steht das Kraftwerk still. Eine provisorische mobile Öl-Heizanlage versorgt die Kleingärtner, die im Frühherbst eingezogen sind, mit Strom.

Magistrat weiß nichts von Probebetrieb
"Das Pellets-Werk ist noch gar nicht genehmigt. Das Prüfverfahren läuft derzeit", bestätigt eine Sprecherin von Umweltstadträtin Ulli Sima. Gutachten, die mögliche negative Auswirkungen auf die umliegende Wohnbevölkerung zeigen könnten, lägen demnach nicht vor. Von einem Probebetrieb im September wisse man nichts.

Jetzt hat man sich auf einen Testlauf von einem Monat geeinigt. Experten sollen die Emissionen erheben. "Gemessen wird aber lediglich der Lärm, nicht der Staub", kritisiert Burger. Das Rathaus verspricht, alle Stellungnahmen und Messdaten genau zu prüfen und dann zu entscheiden.

von Alex Schönherr, Kronen Zeitung
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