Abschluss-Plädoyers

Mitangeklagter von Amanda Knox: "Ich könnte nie morden"

Ausland
28.11.2009 17:02
Im Prozess um einen mutmaßlichen Sexualmord an einer britischen Austauschstudentin in Italien hat die Verteidigung einen der Hauptangeklagten für unschuldig erklärt. Raffaele Sollecito (links) sei unfähig, sich an einem solchen Verbrechen zu beteiligen, erklärte dessen Anwalt Luca Maori am Samstag vor Gericht. Der 25-Jährige sei "ruhig und zurückhaltend" und habe eine "romantische Vorstellung", was Beziehungen zu Frauen angehe.

Die Staatsanwaltschaft hatte gegen Raffaele Sollecito und dessen damalige Freundin, die US-Studentin Amanda Knox (rechts), lebenslange Haft wegen Mordes an der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher vor zwei Jahren gefordert. Die junge Britin war am 2. November 2007 halbnackt und mit durchschnittener Kehle in der Wohnung aufgefunden worden, die sie gemeinsam mit der US-Studentin und zwei Italienerinnen in der Universitätsstadt Perugia bewohnte.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wurde sie getötet, weil sie sich weigerte, bei Sexspielen mitzumachen. Laut Anklage sollen die US-Studentin und Raffaele Sollecito unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen die Britin erstochen haben, während sie von einem weiteren jungen Mann, Rudy Guede, festgehalten wurde. Der Ivorer Rudy Guede, der auf unschuldig plädierte, wurde wegen Beteiligung an dem Mord bereits zu 30 Jahren Haft verurteilt. Das Urteil gegen die beiden Hauptangeklagten wird für kommenden Samstag erwartet.

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