Philippinen-Massaker

Hauptverdächtiger stellt sich den Behörden

Ausland
26.11.2009 09:24
Der Hauptverdächtige in dem beispiellosen Massaker an mindestens 57 Menschen auf den Philippinen hat sich gestellt. Datu Andal Ampatuan Junior (im Bild) sei einem Präsidentenberater in der Stadt Shariff Aguak im Süden des Landes übergeben worden, teilte die Regierung mit. Er steht im Verdacht, am Montag den Überfall auf den Konvoi eines politischen Rivalen organisiert zu haben. Insgesamt wurden 20 Verdächtige festgenommen.

Datu Andal Ampatuan Jr. ist Bürgermeister der Stadt Datu Unsay. Sein gleichnamiger Vater ist der Provinzgouverneur. Der Ampatuan-Clan unterstützte bei der Wahl 2004 die Regierung von Staatspräsidentin Gloria Macapagal Arroyo. Sie hatte nach dem Massaker am Montag ein entschlossenes Vorgehen gegen die Täter angekündigt.

Paramilitärische Gruppe entwaffnet
Ein Sprecher des Militärs berichtete am Donnerstag, dass Sicherheitskräfte die Kontrolle über zwei Städte im Süden des Landes übernommen und 20 Männer festgesetzt hätten. Auch eine paramilitärische Gruppe mit 200 Mitglieder, die unter der Kontrolle des mächtigen Ampatuan-Clans stand, sei entwaffnet worden.

Die Opfer des Massakers hatten einen Bewerber für die Gouverneurswahl in der Provinz Maguindanao im kommenden Mai anmelden wollen und wurden dabei am Montag entführt. Unter den 57 Toten sind wahrscheinlich auch mehr als zwei Dutzend Journalisten, die weibliche Angehörige eines einflussreichen Clans zu einem Wahlbüro begleitet hatten. Die Verschleppten wurden später erschossen oder erschlagen und notdürftig begraben an einem abgelegenen Abhang nahe einer Schnellstraße gefunden.

Vermutlich 29 Journalisten unter Opfern
Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen (ROG) sind beim Massaker 29 Journalisten ums Leben gekommen. Die Organisation verbreitete diese Zahl am Donnerstag unter Berufung auf lokale Medienvertreter in der Provinz Maguindanao. Von amtlicher Seite wurden bisher aber nur 18 Journalisten unter den Opfern gemeldet. Laut ROG wurden sie vermutlich umgebracht, um keine Zeugen des Massakers zuzulassen.

Die getöteten Journalisten arbeiteten für lokale und nationale Zeitungen, Rundfunksender und Fernsehstationen. Die meisten von ihnen stammten ROG zufolge aus den Städten General Santos und Koronadal in der nahen Provinz South Cotabato. Ein Reporter aus Koronadal äußerte sich bestürzt über die Ereignisse: "Dieses Blutbad geht über den menschlichen Verstand hinaus. Bei dem Massaker habe ich zwölf Kollegen verloren."

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