Studentenproteste

Pacman jagt Punkte bei Demo - heftige Kritik an Industrie

Wien
17.11.2009 17:30
Zu den Klängen von lauter Musik und der "Internationalen" haben Dienstag Nachmittag, dem Weltstudententag, laut Polizeiangaben rund 800 Demonstranten vor dem Sitz der Industriellenvereinigung (IV) am Schwarzenbergplatz in Wien mehr Geld für Bildung eingefordert. In seiner Rede kritisierte einer der Organisatoren das Demokratieverständnis von Einrichtungen wie der IV: Die Industrie habe mit ihrer Forderung nach stärkerer Ausrichtung der Unis auf Bedürfnisse der Wirtschaft den von den Protestierenden scharf kritisierten Bologna-Prozess ausgelöst.

Dieses mangelnde Demokratieverständnis der Industrie und der Europäischen Union (EU) sei auch der Grund dafür, dass am heutigen "Bildungsaktionstag" die Protestierenden "weltweit für ähnliche Anliegen eintreten", so der Redner. Zu den Protesten hatte das "International Student Movement" unter dem Motto "Education is not for sale" aufgerufen.

Details zur Verkehrslage und weitere Hintergründe: siehe Infobox!

Auf Transparenten forderten die Wiener Demonstranten u.a. "Schluss mit Unterfinanzierung, Wettbewerbslogik und Elitenbildung". Psychologiestudentinnen wiesen auf einem Transparent darauf hin, dass sie sich nicht "Bakk.en" lassen, also keinen Bachelor-Abschluss wollen. Zur Illustration diente eine Figur in einer Backform, die den Mittelfinger zeigt. Studierende der Uni für Angewandte Kunst jagten mit Pappfiguren aus dem Computerspiel "Pacman" ECTS-Punkten hinterher, die zur Bewertung von Lehrveranstaltungen dienen.

Nach Ende der Kundgebung wollen die Demonstranten zur Akademie der Bildenden Künste am Schillerplatz ziehen, wo mit der Besetzung der Aula vor vier Wochen die Studentenproteste begonnen hatten.

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