Mo, 22. Oktober 2018

Fokus auf Güterzüge

02.06.2018 09:45

Weniger Flüchtlinge, aber verstärkte Kontrollen

Im Kampf gegen die illegale Migration werden nun auch in Tirol die Kontrollen noch einmal verstärkt! Konkret unterstützten ab sofort deutsche und italienische Polizisten die heimischen Einsatzkräfte bei den Güterzug-Aktionen. Insgesamt wurden hierzulande heuer bislang 2333 Illegale erwischt, 151 davon auf Waggons.

Es ist ein gefährlicher Fluchttrend, der in Tirol zumindest schon zwei Menschen das Leben kostete. Zwei Illegale starben im Dezember 2016, nachdem sie auf einem Güterzug liegend die Grenze nach Tirol überquert hatten. In Wörgl wurden die zwei Toten - eine Frau und ein Mann aus Afrika - dann auf der Rollenden Landstraße (RoLa) von zwei Lkw-Fahrern entdeckt.

Das Todesdrama schreckte nicht ab. Im Gegenteil: Viele Flüchtlinge versuchten weiter, via Güterzüge in den Norden zu kommen. Allein im Vorjahr wurden in Tirol 290 Illegale auf Waggons erwischt - heuer waren es bislang 151. Vor allem in den kalten Wintermonaten gab es eine wahre Aufgriffsflut. Im Jänner waren es 65, im Februar 53 - im April dann nur noch fünf und im Mai bisher zwei.

Verstärkte Kontrollen: Versprechen gehalten
Warum nun der deutliche Rückgang? Erich Lettenbichler, Chef der Tiroler Fremdenpolizei, vermutet, dass dies unter anderem mit einem Versprechen von Italien zu tun hat. „Italien hat zugesichert, verstärkt an den Startbahnhöfen der Güterzüge zu kontrollieren. Etwa in Verona. Offenbar hat Italien Wort gehalten.“

Generell scheint die Brennerroute aber unattraktiver zu werden. Einerseits wegen der verstärkten Kontrollen, andererseits aber auch wegen den Maßnahmen an der Küste Nordafrikas. Vergleich: Im Vorjahr wagten bis 27. Mai noch 56.056 Illegale die lebensgefährliche Fahrt über das Mittelmeer nach Italien. Heuer waren es bisher nur 12.011.

Einsätze werden auch in Tirol internationaler
Ein wenig bemerkbar macht sich das auch in Tirol. Insgesamt landeten heuer bislang 2333 Illegale in den Fängen der Polizei - um rund 600 weniger als im selben Vorjahres-Zeitraum.

Nichtsdestotrotz werden die Kontrollen nicht lascher. Sie werden sogar personell intensiviert. Bei den Güterzugkontrollen am Brenner/Seehof werden die Tiroler Polizei und das Bundesheer künftig von deutschen und italienischen Beamten verstärkt. Trinationale Aktionen also, so wie es sie am Bahnhof Brenner auf Südtiroler Gebiet schon seit Monaten gibt...

Hubert Rauth
Hubert Rauth

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