Di, 21. August 2018

„Over the air“

01.06.2018 14:52

Tesla-3-Bremsen nach Update besser, aber nicht top

Tesla Model 3 ist vergangene Woche in Verruf geraten, weil amerikanische Konsumentenschützer im Test festgestellt haben, dass der Wagen miserabel bremst. Innerhalb weniger Tage hat der Hersteller reagiert und die ganze Flotte in einem Aufwasch nachgebessert - mit einem in der Branche bisher einzigartigen „Over-the-Air-Update“!

„Schlimmer geht‘s nimmer“ konnte man über die Bremsleistung des Model 3 sagen: 46,3 Meter bis zum Stillstand aus 60 Meilen pro Stunde, das sind nicht einmal 100 km/h (96,5 km/h). Das US-Konsumenten-Magazin „Consumer Reports“ schlug Alarm und sagte statt „Kaufen!“ schlicht „Finger weg!“. Grund dafür war neben den Bremsen auch die Fahrzeugbedienung über den zentralen Touchscreen, die so sehr ablenkt, dass „CR“ eine Verkehrsgefährdung befürchtet, außerdem das zu harte Fahrwerk und unbequeme Rücksitze.

Update bringt Verbesserung um sechs Meter
Tesla-Boss Elon Musk kündigte umgehend an, er würde das Model 3 zum klassenbesten Fahrzeug hinsichtlich des Bremswegs machen und innerhalb weniger Tage ein Update veröffentlichen, das die Probleme lösen soll. In einem Punkt hielt er Wort: Das Update verkürzte den Bremsweg um knapp sechs Meter auf 40,5 Meter. Von klassenbestem Bremsweg kann allerdings nicht die Rede sein: Mehr als 40 Meter sind schon aus 100 km/h keine Glanzleistung, aber erst recht nicht aus nur 96,5 km/h.

Ungewöhnlich: Bremsenverbesserung „over the air“
Die Art und Weise, wie Tesla die Bremsperformance verbessert hat, ist aufsehenerregend. Es ist bei dem Hersteller üblich, per Mobilfunk Verbesserungen für die Software der Fahrzeuge aufzuspielen, dass dadurch nun auch in Parameter eingegriffen wird, die das klassische Fahren betreffen, ist neu und in der Branche generell noch nicht passiert. Konkret wurde die Programmierung des Antiblockiersystems geändert.

Allerdings bleibt eine Frage offen:
Warum ist beim Hersteller bisher niemand draufgekommen, dass das Model 3 so grottenschlecht bremst? Führt Tesla keine eigenen Fahrzeugtests durch? Der Verdacht, dass Elon Musk seine Kunden als Testfahrer für unausgereifte Autos quasi „missbraucht“, statt diese zu Ende zu entwickeln, bevor sie verkauft werden, kam schon früher auf.

„Consumer Reports“ gibt Kaufempfehlung
Nach dem Bremsenupdate hat sich „Consumer Reports“ nun doch dazu entschlossen, eine Kaufempfehlung für Teslas Model 3 auszusprechen. Ein Over-the-air-Update für Fahrwerk und Rücksitze ist jedoch nicht zu erwarten.

Und was die Bremsen, die „besser sind als bei jedem entfernt vergleichbaren Auto“, betrifft: Elon Musk hat in seinem Tweed nicht gesagt, wann es so weit sein würde, sondern „Tesla wird nicht ruhen, bis …“

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl

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