Di, 21. August 2018

Lärmbelastung

21.05.2018 06:00

Schützen Sie Ihre Ohren!

Schwerhörigkeit ist die häufigste Berufskrankheit. Aber auch Dauerbeschallung im Alltag kann taub machen. Diese Belastung bleibt oft lange unerkannt. Bei Tinnitus oder Hörschwäche nach lauten Vorfällen sollten immer ein Arzt aufgesucht werden.

Schutz für die Ohren wird oft als reines Arbeitsplatzthema betrachtet. Dabei sind viele Menschen im Alltag wesentlich häufiger von potenziell gesundheitsgefährdendem Lärm umgeben, als ihnen bewusst ist“, betont Josef Riegler, Bundesinnungsmeister der Hörakustiker. Ab 80 Dezibel muss der Arbeitgeber einen Gehörschutz bereitstellen, welcher ab 85 Dezibel auch getragen werden muss. “Das sind aber Werte, die man auch bei verschiedenen Hobbys, wie zum Beispiel Heimwerken, Motorradfahren mit offener Helmkonstruktion, oder in gut frequentierten Lokalen mit Musikbeschallung erreichen kann„, warnt Riegler. Dass man seinen Ohren beispielsweise beim Konzert oder beim Handwerken mit der Kreissäge zu viel zugemutet hat, merkt man gleich danach: Es rauscht oder pfeift in den Ohren (Tinnitus), und das Hörvermögen ist herabgesetzt. Bei diesem Phänomen spricht man von der sogenannten vorübergehenden Hörschwellenverschiebung.

“Dauerhafter oder häufiger Berufs- und Freizeitlärm summieren sich aber leider zum Schaden der Gesundheit„, erklärt Riegler. Lärmschwerhörigkeit gilt als häufigste Berufskrankheit: 2017 wurden laut AUVA 1195 Berufskrankheiten Erwerbstätiger anerkannt, 642 davon betrafen die Lärmschwerhörigkeit. Die Anzahl der Fälle ist dabei in zwei Jahren um fast 78 gestiegen - und oft hängen diese auch mit dem Verhalten außerhalb des Jobs zusammen. Riegler: “Gerade, wenn Sie einen Beruf ausüben, bei dem Ihr Gehör belastet wird, dürften Sie eigentlich nach der Arbeit 16 Stunden lang keine laute Musik mehr hören und keinen lauten Beschäftigungen nachgehen. Das wird aber oft übersehen.„ Diese Pause ist notwendig, damit sich die feinen Haarzellen im Innenohr wieder regenerieren können. In der Regel verschwinden vorübergehende Symptome wie Tinnitus oder Gehörminderung nach einer solchen Ruhephase wieder vollständig. Wer diese aber nicht einhält, riskiert langfristig eine unheilbare Schwerhörigkeit.

Lärm macht auch Stress: Bereits 60 Dezibel führen zur Veränderung der Herzfrequenz und des Blutdrucks. Das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenproblemen, Depressionen steigt. Deshalb sollte immer auf ausreichenden Gehörschutz geachtet werden. Dasselbe gilt für Alltagsgeräusche, wie etwa dem Schnarchen des Partners. „Es gibt eigene, besonders weiche Stöpsel zum Schlafschutz - man sollte nicht zögern, diese auch einzusetzen“, empfiehlt Rieger.

Karin Rohrer-Schausberger, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.