Sa, 23. Juni 2018

Lärmbelastung

21.05.2018 06:00

Schützen Sie Ihre Ohren!

Schwerhörigkeit ist die häufigste Berufskrankheit. Aber auch Dauerbeschallung im Alltag kann taub machen. Diese Belastung bleibt oft lange unerkannt. Bei Tinnitus oder Hörschwäche nach lauten Vorfällen sollten immer ein Arzt aufgesucht werden.

Schutz für die Ohren wird oft als reines Arbeitsplatzthema betrachtet. Dabei sind viele Menschen im Alltag wesentlich häufiger von potenziell gesundheitsgefährdendem Lärm umgeben, als ihnen bewusst ist“, betont Josef Riegler, Bundesinnungsmeister der Hörakustiker. Ab 80 Dezibel muss der Arbeitgeber einen Gehörschutz bereitstellen, welcher ab 85 Dezibel auch getragen werden muss. “Das sind aber Werte, die man auch bei verschiedenen Hobbys, wie zum Beispiel Heimwerken, Motorradfahren mit offener Helmkonstruktion, oder in gut frequentierten Lokalen mit Musikbeschallung erreichen kann„, warnt Riegler. Dass man seinen Ohren beispielsweise beim Konzert oder beim Handwerken mit der Kreissäge zu viel zugemutet hat, merkt man gleich danach: Es rauscht oder pfeift in den Ohren (Tinnitus), und das Hörvermögen ist herabgesetzt. Bei diesem Phänomen spricht man von der sogenannten vorübergehenden Hörschwellenverschiebung.

“Dauerhafter oder häufiger Berufs- und Freizeitlärm summieren sich aber leider zum Schaden der Gesundheit„, erklärt Riegler. Lärmschwerhörigkeit gilt als häufigste Berufskrankheit: 2017 wurden laut AUVA 1195 Berufskrankheiten Erwerbstätiger anerkannt, 642 davon betrafen die Lärmschwerhörigkeit. Die Anzahl der Fälle ist dabei in zwei Jahren um fast 78 gestiegen - und oft hängen diese auch mit dem Verhalten außerhalb des Jobs zusammen. Riegler: “Gerade, wenn Sie einen Beruf ausüben, bei dem Ihr Gehör belastet wird, dürften Sie eigentlich nach der Arbeit 16 Stunden lang keine laute Musik mehr hören und keinen lauten Beschäftigungen nachgehen. Das wird aber oft übersehen.„ Diese Pause ist notwendig, damit sich die feinen Haarzellen im Innenohr wieder regenerieren können. In der Regel verschwinden vorübergehende Symptome wie Tinnitus oder Gehörminderung nach einer solchen Ruhephase wieder vollständig. Wer diese aber nicht einhält, riskiert langfristig eine unheilbare Schwerhörigkeit.

Lärm macht auch Stress: Bereits 60 Dezibel führen zur Veränderung der Herzfrequenz und des Blutdrucks. Das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenproblemen, Depressionen steigt. Deshalb sollte immer auf ausreichenden Gehörschutz geachtet werden. Dasselbe gilt für Alltagsgeräusche, wie etwa dem Schnarchen des Partners. „Es gibt eigene, besonders weiche Stöpsel zum Schlafschutz - man sollte nicht zögern, diese auch einzusetzen“, empfiehlt Rieger.

Karin Rohrer-Schausberger, Kronen Zeitung

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