Schwacher Besuch

150 Personen bei Demo von Metallern und Studenten

Wien
12.11.2009 12:55
Ein "Super-Schulterschluss" sollte es nach den Plänen der Besetzer des Audimax der Universität Wien werden - mit ihrer gemeinsamen Protestaktion gegen die Bildungs- und Beschäftigungspolitik der Regierung wussten Studenten und Metaller am Donnerstag jedoch kaum zu beeindrucken: Gerade einmal 150 Personen verirrten sich zu früher Morgenstunde zur Kundgebung vor der Wirtschaftskammer, ganze 70 marschierten anschließend weiter zur Technischen Universität.

Die Metaller hatten sich bereits um 8.00 Uhr vor der WKÖ in Wieden versammelt, um 10.00 Uhr stießen schließlich die Studenten dazu. Gemeinsam wurde abwechselnd "Hopp, hopp, hopp, Lohnraub-Stopp" und "Hopp, hopp, hopp, Bildungsraub-Stopp" skandiert. "Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren", betonte einer der Metallergewerkschafter, es gehe schließlich um dasselbe Geld, das von Banken und Konzernen durch das Bankgeheimnis an der Steuer vorbeigeschummelt werde. "Morgen holen wir das Geld für die Metaller, übermorgen für eure Bildung", kündigte er an.

Schlusskundgebung abgesagt
Globalisierungskritiker Klaus-Werner Lobo zeigte sich in seiner Rede "von den Socken" über den Schulterschluss der beiden Gruppen. Mancher Autofahrer machte hingegen seinem Unmut über die zeitweilige Blockade der Straßen lautstark Luft. Doch die Verkehrsteilnehmer dürfen aufatmen: Die ursprünglich für 14 Uhr am Nachmittag geplante Schlusskundgebung am Schwarzenbergplatz wurde abgesagt, offiziell wurde dies mit der "Rücksicht auf die heutigen Verhandlungen" der Metaller begründet.

Anlässlich der Sondersitzung des Nationalrats zur Situation an den Universitäten machte indes der Verband Sozialistischer Studenten (VSStÖ) mit einer Medienaktion vor dem Parlament "auf die Ignoranz der Bundesregierung in Bezug auf die Hochschulpolitik aufmerksam". Dabei stellten die Studenten aktionistisch dar, wie sich Wissenschaftsminister Johannes Hahn die Ohren, Finanzminister Josef Pröll die Augen und Kanzler Werner Faymann den Mund zuhalten. Der VSStÖ forderte die Abschaffung aller Zugangsbeschränkungen sowie der Studiengebühren.

Forderungen der Audimaxbewegung Gehör verschaffen
Ungeachtet der Vorgänge am Donnerstag planen die Vertreter der besetzten Unis für den 25. November eine Gegenveranstaltung zum von Wissenschaftsminister Johannes Hahn einberufenen "Hochschuldialog" und rufen zu einem bundesweiten Studierendentreffen auf. Bei diesem "echten Hochschuldialog" an einem "neutralen Ort in Wien" sollen laut einem der Organisatoren neben Studenten unter anderem auch Kindergartenpädagogen, Gewerkschafter, Migranten und Arbeitslose vertreten sein.

Man werde diesen Tag außerdem "massiv dazu nutzen, den Forderungen der Audimaxbewegung Gehör zu verschaffen". Es sei davon auszugehen, dass Studenten und andere "von der derzeitigen Kürzungspolitik Betroffene" wieder gemeinsam auf die Straße gehen. Auch der Termin für die dritten bundesweiten Proteste ist mit dem 5. Dezember bereits fixiert. Am Tag danach soll es dann einen "großen Bildungsgipfel" geben, an dem auch Experten aus dem Bildungsbereich teilnehmen sollen.

Uni Wien lädt am 19. November zu Gesprächen
Die Leitung der Universität Wien lädt am Donnerstag, den 19. November, Vertreter von Hochschülerschaft, Audimax-Besetzern, Betriebsrat sowie Dekane und Studienprogrammleiter zu Gesprächen ins Juridicum. Dabei solle der von Hahn initiierte Hochschul-Dialog am 25. November vorbereitet werden, betonte Rektor Georg Winckler. Es bringe nichts, über den Ort von Gesprächen zu streiten - im Mittelpunkt sollten die Themen stehen.

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