Di, 25. September 2018

„Mit Mord bedroht“

10.05.2018 09:00

Der mysteriöse Tod einer schönen Millionärin

Sie war bildhübsch - und schwerreich. Iryna Berezhna, eine ehemalige Politikerin und Geschäftsfrau aus der Ukraine. Seit Jahren lebte sie mit ihrer kleinen Tochter in Wien. Dann starb sie bei einem Autounfall. „Kurz davor“, sagt ihre Mutter, „wurde sie mit Mord bedroht“.

Es war ein grauenhafter Unfall, der am 5. August 2017 um 1.55 Uhr morgens auf einer Autobahn in Kroatien geschah. Bei einer Fahrgeschwindigkeit von etwa 120 Stundenkilometern scherte eine Mercedes-Limousine plötzlich aus und prallte gegen eine Betonwand. Der Fahrer (38), ein Berufschauffeur, war sofort tot.

Iryna Berezhna - sie saß am Beifahrersitz - wurde schwer verletzt. Sie blieb aber noch über zwei Stunden, bis sie von Rettungskräften aus dem Wagen geborgen werden konnte, bei Bewusstsein und redete beruhigend auf ihre Tochter, die unversehrt auf der Rückbank lag, ein. Dennoch, letztlich kam für die 36-Jährige jede Hilfe zu spät. Zu massiv die inneren Blutungen und die Schädelfrakturen, die sie bei dem Aufprall erlitten hatte. Der Tod der Frau sorgte - vor allem in der Ukraine - für Schlagzeilen.

Sie galt als eine „gefährdete Person“
Denn dort, in ihrer Heimat, galt sie von Jugend an als prominent.
Aus einer wohlhabenden Familie stammend, gründete sie bereits während ihres Jus-Studiums eine gutgehende Reiseagentur, später leitete sie eine der größten Notariatskanzleien in Kiew - und sie war in einer führenden Position bei der pro-russischen Partei Party of Regions tätig. 2014, mittlerweile schwerreich, zog sie sich aus allen ihren beruflichen Funktionen zurück und übersiedelte mit ihrem Kind nach Wien. Lebte hier in einer Luxuswohnung, mit Nanny und Haushälterin, die Hälfte des Jahres war ihre Mutter bei ihr. Immer seltener wurden mit der Zeit allerdings die Besuche des Vaters ihres Mädchens. Einem mächtigen Oligarchen, um 35 Jahre älter als sie, verheiratet.

„Meine Tochter“, sagt Olena Berezhna (62), „war für ihn stets nur ein Seitensprung, Iryna wollte das irgendwann nicht mehr akzeptieren und distanzierte sich zunehmend von ihm.“ Weswegen es zwischen den beiden oft zu „schlimmen Streitigkeiten“ gekommen sei. Die 36-Jährige hätte daher in Unruhe gelebt. Und auch, weil sie sich einst als Politikerin viele gefährliche Feinde gemacht habe: „Iryna hatte erst kurz vor ihrem Tod wieder einmal Morddrohungen erhalten.“

„Irgendwas an dem Auto ist manipuliert worden“
Der Verdacht ihrer Mutter: „Irgendetwas an dem Auto, in dem meine Tochter starb, ist manipuliert worden. Oder ihrem Fahrer wurde unauffällig ein tödliches Medikament verabreicht.“ Fest steht: Bei der Obduktion des Mannes wurden Hinweise auf einen Herzdefekt aus nicht näher bekannter Ursache festgestellt. 
Wann hatte Olena Berezhna zum letzten Mal Kontakt mit Iryna? „Kurz vor der Tragödie. Sie und ihre Tochter waren bei Freunden in Monaco gewesen und nun auf dem Weg zu einer Yacht im Hafen von Zadar. Sie wollten in Kroatien Ferien machen.“

Fall soll jetzt neu überprüft werden
Mithilfe ihrer Anwältin Liane Hirschbrich kämpft die Ukrainerin jetzt dafür, dass der Unfallhergang genau überprüft wird - und um das Sorgerecht für ihre Enkelin. Vorläufig wurde es dem Vater der Neunjährigen übertragen: „Er verhindert, dass ich die Kleine, die eine sehr enge Beziehung zu mir hat, sehen darf.“ Bis heute lebt sie in Wien, betreut von Kindermädchen, in einem Luxus-Appartement - aber ohne einen ihr nahestehenden Menschen an der Seite.

Die Befürchtung der Großmutter: dass das Mädchen bald sogar aus Österreich weggebracht wird und bei der Familie des Oligarchen aufwachsen muss: „Klarerweise hat seine Frau meine Tochter nie gemocht - warum sollte sie also das Kind aus der außerehelichen Beziehung ihres Mannes liebevoll behandeln?“

Martina Prewein, Kronen Zeitung

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