Nach 200 Einbrüchen

Opfer verzweifelt: 'Können uns ja nicht verbarrikadieren'

Wien
09.11.2009 16:23
"Es gibt kaum noch jemanden, der in seinem Bekannten-oder Verwandtenkreis nicht jemanden kennt, der Opfer von Einbrechern geworden ist" - das berichtet einer der 200 Wiener, in dessen Wohnung in den vergangenen drei Tagen eingebrochen worden ist. Die Wiener Polizei ist im Dauereinsatz und rast von einem Tatort zum anderen.

"Wir können uns nicht in unseren Wohnungen wie im Wilden Westen verbarrikadieren", so Walter S. aus der Donaustadt, der nach einem Kuraufenthalt vor seiner geplünderten Wohnung stand. "Es sah fürchterlich aus. Der Bewegungsmelder war aus der Wand gerissen. Das Fenster aufgebrochen und alles durchwühlt". Auch eine Goldkette, die der Wirbelsäulen-Therapeut für seinen Sohn anfertigen ließ, ist weg. Obwohl Fußabdrücke im Garten des Einfamilienhauses waren, macht sich der Wiener kaum Hoffnung, dass die Bande gefasst wird.

Auch Arzthelferin bestohlen
Walter S. war nicht das einzige Opfer: "Einer Arzthelferin wurde in der Ordination die Handtasche gestohlen. In einem Therapiezentrum in Hirschstetten kam es schon zu drei Einbrüchen." Auch in Essling und Aspern waren Einbrecher in letzter Zeit am Werk. Doch nicht nur Wohnungen und Häuser sind Ziele der meist aus dem Osten kommenden Banden. In Ottakring wurden in einer Nacht gleich mehrere Autos ausgeräumt. Die Einbrecher schlugen auf einer viel befahrenen Straße ganz einfach die Seitenscheiben ein und nahmen Laptops, Radios und Navigationsgeräte mit. Nicht einmal von einem ehemaligen Rot-Kreuz-Rettungsauto ließen sie die Finger.

von Erich Schönauer und Michael Pommer, Kronen Zeitung

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