Sommerbauer zeigt Verständnis für die Anliegen der Airlines, weil das Kostendeckungsprinzip dazu führe, dass die Gebühren in Boomjahren runter und in Krisenjahren raufgehen. "Das System muss überdacht werden", sagte er. 2009 habe die Austro Control den Fluglinien bereits geholfen, weil trotz absehbarer Umsatzrückgänge und gegen den allgemeinen Trend auf eine Anhebung der Gebühren verzichtet worden sei.
2010 wird nach Ansicht von Sommerbauer noch "ein hartes Jahr". Die internen Einsparungen werden bei rund 11 Millionen Euro liegen, das allein reiche aber nicht aus. Nicht gespart werden dürfe bei der Ausbildung neuer Fluglotsen, die spätestens 2011, wenn der Flugverkehr wieder anziehen sollte, gebraucht würden.
"Austro Control im Vergleich nicht teurer"
Überraschend seien die höheren Gebühren nicht gekommen, weil die Airlines permanent informiert werden, sagte Sommerbauer. Er wehrt sich auch gegen den Vorwurf, besonders teuer zu sein. Mit Streckengebühren von künftig 68 Euro statt bislang rund 60 Euro (pro 100 km bei einer 50-Tonnen-Maschine) liege die Austro Control noch immer unter den Kosten von 2003 und auf Linie mit Ländern wie Deutschland, Italien oder Großbritannien. Nachbarländer wie die Schweiz oder Slowenien seien teurer.
EU-Verkehrskommissar gegen Erhöhungen
AEA-Generalsekretär Ulrich Schulte-Strathaus kritisierte in einer Pressemitteilung das Vollkostendeckungsprinzip vieler Flugsicherungen und verwies auf einen Brief von EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani. Darin würden die Mitgliedstaaten aufgefordert, die Erhöhungen zu verhindern. Für den europäischen Luftfahrtverbandsgeneralsekretär ist gerade in einer Zeit, in der die Fluggesellschaften Rekordverluste schreiben und überall der Rotstift regiert, das Kostendeckungsprinzip der Flugsicherer die "institutionalisierte Ineffizienz". Was für die Airlines gelte, müsse auch für die Flugsicherer gelten, meinte er mit Blick auf Einsparungen und Effizienzsteigerungen.











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