13.04.2004 14:44 |

Shooter des Jahres

Far Cry

Die Shooter-Sensation des Jahres ist da: Der in der Karibik angesiedelte Ego-Shooter ist der neue Star am Shooter-Himmel. Das Game aus der deutschen Spieleschmiede Crytek ist eine echte Augenweide, überzeugt spielerisch voll und ganz und verlangt den PC-Ressourcen den letzten Rest ab...
Kilometerlange idyllische Sandstrände,an denen sanft die glasklaren, bläulich schimmernden Wellendes Meeres auslaufen, Palmenhaine soweit das Auge blickt und jedeMenge Sonnenschein zeichnen einen der traumhaftesten Orte diesesPlaneten aus. Wer jetzt eine Einladung zu einem ausgedehnten Strandurlauberwartet, der irrt gewaltig. Denn die Luft in Cryteks fulminantemShooter Farcry weist, aufgrund des permanenten Geschosshagels,einen ziemlichen hohen Bleigehalt auf. Und der kann sich auf Dauerdoch recht gesundheitsschädigend auswirken...
 
Als unser Held, Jack Carver, sich mit seiner Freundinauf einer Segelyacht ein paar schöne Stunden gönnt,ahnt er noch nichts davon, dass er auf diesem paradiesischen Eilandin Kürze ordentlich aufräumen wird. Nachdem Unbekanntesein Boot in die Luft gejagt und seine Freundin entführthaben kann er sich gerade noch auf die Insel retten. Doch danngeht es so richtig los - dabei will Jack Carver natürlichnur eins, seine Freundin aus den Fängen der fiesen Kidnapperbefreien.
 
Anfangs wird dem Spieler in einer Tutorial-artigenMission die Steuerung näher gebracht, welche sich im Großenund Ganzen an Genre-Standards orientiert. Nachdem man diese erfolgreichabsolviert hat, präsentiert sich dem staunenden Spieler zumersten Mal die opulente Grafikpracht der Außenlevels, diealles bisher da gewesene in den Schatten stellt. Wären danicht die schießwütigen Söldner könnte mansich glatt in den Urlaub versetzt fühlen, so gut haben dieEntwickler das Flair der Karibik eingefangen.
 
Die grafische Brillanz setzt sich in den Innenlevelsfort, doch faszinieren die Sandstrände und Palmenwäldchenvielmehr, da hier zum ersten Mal ein Shooter nicht ausschließlichauf düsteren Schauplätzen angesiedelt wurde.
 
Die Grafik setzt neue Maßstäbe, an denensich, die in nächster Zeit auftauchende Konkurrenz wie Doom3 und Half Life 2, messen wird müssen. Die Spielfiguren undAnimationen der Charaktere sind ebenso allesamt sehr gelungen.Die Hintergrundmusik passt sich dynamisch den jeweiligen Geschehnissenan und fetzige Soundeffekte sorgen für die richtige Stimmung.Lediglich die Sprachsamples der Söldner wiederholen sichschon nach relativ kurzer Zeit.
 
Die KI der Gegner gehört in den Außenlevelsmit zum Besten, was sich derzeit am Markt befindet. Die Bösewichtersuchen bei Beschuss Deckung, versuchen einen einzukreisen, rufenbei Bedarf Verstärkung oder durchkämmen das Gebiet,wenn sie die Spur verloren haben. In den Innenlevels gäbees diesbezüglich noch ein paar Verbesserungsmöglichkeiten,da sich die computergesteuerten Widersacher hier manchmal etwasdümmlich anstellen.
 
Die sehr gute KI sorgt auch dafür, dass derSchwierigkeitsgrad selbst in der einfachsten Stufe Anfängervor ziemliche Probleme stellen wird.Crytek hat seiner Engine auchein Physiksystem spendiert. Es kann zwar nicht jedes Objekt zerschossenoder verschoben werden, dies hätte wohl auch jeden im Momentverfügbaren PC überfordert, aber die Entwickler habengenügend Dinge eingebaut, bei denen dies möglich ist.Wer möchte kann so auch den einen oder anderen Papagei einfachmit einem gezielten Schuss vom Ast vom holen.
 
In der vorliegenden deutschen Fassung wurde eineEinschränkung gegenüber dem Original vorgenommen. GetöteteGegner können in der Originalversion bewegt werden. DieseFunktion ist in der deutschen Version deaktiviert. Dies fälltjedoch, da es keinerlei spielentscheidende Bedeutung hat, nichtweiter ins Gewicht.
 
Neben unzähligen Waffen, welche zumeist zweiFeuermodi besitzen, muss sich Jack Carver nicht nur auf seinebeiden Beine verlassen um voranzukommen. Ihm stehen Boote, Jeepsoder Gleiter zur Verfügung, wobei diese teilweise mit einemschussgewaltigen MG bestückt sind, welches jeden Widerstandin Sekundenbruchteilen pulverisiert.
 
Auch steuerungstechnisch gibt es keinen Grund zurKlage. Sowohl die Spielfigur als auch die Fahrzeuge lassen sichsehr gut über die Insel dirigieren. Neben der Einzelspielerkampagnesteht noch ein Mehrspielermodus zur Verfügung, der allerdingsnur Hausmannskost und nichts wirklich neues bietet. Jedoch wirdes bald Unmengen an Nachschub an geben, denn Crytek hat eineneinfach zu bedienenden Editor dem Spiel beigelegt.
 
Konsolen-Spieler schauen momentan noch durch dieFinger, Ubisoft hat jedoch eine Konsolenversion mit dem Namen"Far Cry Instincts" angekündigt. Die Konsolenumsetzung istein vollkommen eigenständig entwickeltes Spiel, das technischwie schon am PC neue Maßstäbe setzen soll.
 
Fazit: Far Cry ist schon jetzt einer derAnwärter für den Titel Spiel des Jahres. Die tolle Grafikpracht,die gelungene Soundkulisse, die gute Gegner-KI und nur kleineMängel zeichnen den momentan besten Shooter aus. Der rechthohe Schwierigkeitsgrad und die enormen Hardwareanforderungen(eine CPU über 2GHz, 512MB RAM, eine G-Force 4 oder Radeon-Kartesollten schon im Rechner werken) könnten die einzigen Hindernissesein, sich sein Hawaii-Hemd anzuziehen und mit Jack Carver dieInsel zu durchstreifen.
 
Plattform: PC
Publisher: Ubisoft
Krone.at-Wertung: 96%
Freitag, 07. Mai 2021
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