Zeugin hat Angst

Skurriler Prozess um abgebissene Nasenspitze vertagt

Wien
06.11.2009 13:19
Der Prozess um eine abgebissene Nasenspitze, der seit zwei Monaten das Wiener Straflandesgericht beschäftigt, ist am Freitag neuerlich vertagt worden. Grund: Eine 73-jährige Frau, die den Zwischenfall beobachtet haben soll, kam ihrer Zeugenladung nicht nach. Stattdessen schickte sie ihre Nachbarin, die der Richterin ausrichtete, die Frau habe Angst und wolle daher nicht aussagen.

Daraufhin beraumte die Richterin für den 20. November die nächste Verhandlung an und schärfte der Vertrauten der 73-Jährigen ein, dass diese dann erscheinen müsse. Ansonsten werde sie von der Polizei abgeholt und ins Graue Haus gebracht.

Wütender Autofahrer biss 19-Jährigen
In dem Prozess geht es um absichtliche schwere Körperverletzung: Ein 40-Jähriger war am 11. Mai 2008 mit seinem Auto an einem Spielplatz vorbeigefahren, als ein Fußball gegen das Fahrzeug prallte. Der Mann stieg aus und stellte eine Gruppe Jugendlicher zur Rede. Es kam zu einem Streit, in dessen Verlauf der Autofahrer einem 19-jährigen Burschen in die Nase biss.

Der Angeklagte bezeichnete das als "Reflexhandlung". Dem Jugendlichen wurde die Nase zwar wieder angenäht, die Narben dürften laut einem Gutachten aber weiter zu sehen bleiben.
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