Zwei-Fronten-Krieg

Tiroler Studenten fordern besetzten Hörsaal zurück

Österreich
03.11.2009 19:01
Die Hörsaal-Besetzer in der SoWi Innsbuck kämpfen seit Tagen einen Zwei-Fronten-Krieg. Einerseits versuchen sie die Politik zur Verbesserung des Bildungssystems zu bewegen, andererseits müssen sie sich gegenüber den eigenen Reihen rechtfertigen: Viele SoWi-Studenten sehen die Blockade nämlich als reine Schikane.

"Ich bin hier in Innsbruck, um zu studieren und nicht zum Demonstrieren. Durch die Blockade habe ich Vorlesungen versäumt und mein Fortschritt im BWL-Studium ist gefährdet", ärgerte sich die Wirtschafts-Studentin Kathrin W. (23) aus Gmunden.

Ähnlich argumentieren mehr als 220 SoWi-Pauker, die am Dienstag geschlossen aufmarschierten und sich ihren Hörsaal zurückwünschten. Die jungen Wirtschaftsstudierenden haben eine Plattform zur "Wiedereroberung" der SoWi-Aula ins Leben gerufen.

Ausweichräume gesucht
Unterdessen sucht das Rektorat verzweifelt räumliche Ausweichmöglichkeiten für die zahlreichen Vorlesungen. Alleine am Dienstag mussten fünf Vorlesungen abgesagt werden. Etwa 2.000 Studenten waren davon betroffen.

"Kleinere Vorlesungen werden auf die theologische Fakultät oder die Technik übersiedelt. Für die größeren Vorlesungen müssen wir noch Platz finden. Hier würde sich die Olympia World oder das Congress-Haus anbieten. Einige Vorträge laufen nun über Internet-Video-Streaming", so Vizerektor Arnold Klotz. Wie viel diese Absagen und Umsiedlungen kosten werden, wagte er nicht zu prophezeien.

Landtagspräsident Herwig van Staa bot unterdessen wieder seine Hilfe bei der Platzsuche an. Er will am Mittwochnachmittag mit Volksschulräumen aushelfen. Stadtrat Christoph Kaufmann gefällt das gar nicht: "Soll er doch seinen Landtagssaal anbieten."

von M. Holzmann, Tiroler Krone

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