Es sei nicht einmal eine Woche her, dass er von der Regierung als österreichischer EU-Kommissar nominiert worden sei. Die Nachfolgeentscheidung will Hahn "sehr schnell herbeiführen", er geht aber davon aus, dass das nicht schon am Montag erfolgen werde, "weil keine Notwendigkeit besteht, das übereilt zu tun". Ihm gehe es darum, dass die erfolgreiche Arbeit, die er in Wien seit Jahren gemacht habe, fortgeführt werde. "Dafür gibt es einige sehr gut geeignete Kandidaten, entgegen anderslautenden Gerüchten Gott sei Dank auch mehrere, die für das Amt Interesse haben".
Auf den Zeitpunkt der Übergabe angesprochen, sagte Hahn: "Sollte ich tatsächlich das Amt antreten, wird dieses Thema erledigt sein". Dass Hahn möglicherweise zwischen allen Sesseln landen könnte, sollte Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) zum Hohen EU-Beauftragten für die EU-Außenpolitik bestellt werden, macht ihm offensichtlich keine Sorgen: "Ich bin der Kandidat der Bundesregierung, mehr ist dazu nicht zu sagen." Ursprünglich hatte Hahn erklärt, auch als EU-Kommissar Wiener VP-Chef bleiben zu wollen - bis Signale von Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso kamen, dass dies unvereinbar sei.
Ringen um Nachfolge in der Landespartei
Unterdessen verdichten sich vor der Vorstandssitzung am Abend die Anzeichen, dass derzeit vor allem zwei Männer um den Spitzenposten der Landespartei ringen. Demnach soll Bundesrat Harry Himmer, Österreich-Generaldirektor des Telekommunikationsausrüsters Alcatel-Lucent, sein Interesse sowohl an der Funktion als Landesparteiobmann und Spitzenkandidat für die 2010 anstehende Wien-Wahl als auch am Posten des Wissenschaftsministers angemeldet haben.
Raiffeisen-Generalsekretär Ferry Maier hat dem Vernehmen nach ebenfalls starkes Interesse an dem Wiener Führungsposten - allerdings wohl nicht an der Funktion des Spitzenkandidaten. Sollte die Funktion des Landesparteichefs und des Spitzenkandidaten tatsächlich getrennt werden, wird in der Partei auch die schillernde Bezirkschefin der Inneren Stadt, Ursula Stenzel, als aussichtsreiche Kandidatin gehandelt. Als erfahrene Wahlkämpferin könnte Stenzel in den Kampf gegen Bürgermeister Michael Häupl (SP) und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ziehen.
Vorerst ruhiger ist es hingegen um andere, in den vergangenen Tagen ebenfalls genannten Kandidatinnen geworden. Familienstaatssekretärin Christine Marek hat wiederholt ihr Desinteresse bekundet, und Volksanwältin Gertrude Brinek hatte ebenso abgelehnt.
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