Die Polizei gewann mit der Verhaftung einen Wettlauf gegen die Zeit. Der mutmaßliche Drogendealer hatte sich bereits mit Geld versorgt und wollte sich offenbar am Dienstag nach Italien absetzen, sagte Oberstleutnant Martin Roudny von der Außenstelle Wien-Mitte des Landeskriminalamtes.
Der 22-jährige Kosovo-Albaner war in der Vorwoche gemeinsam mit einem Landsmann und zwei deutschen Staatsbürgern festgenommen worden. Dabei stellten die Ermittler auch 800 Gramm Kokain und einen Revolver sicher. Doch auf dem Weg zum Arrestantenwagen schlug der Kickboxer einem Beamten gegen die Brust, riss sich los und flüchtete. Die Polizisten konnten den Mann nicht mehr einholen.
Gegen "Cobra"-Sondereinheit chancenlos
"Wir hatten aus den Vorerhebungen schon einige Anhaltspunkte, wo wir nach dem Flüchtigen suchen mussten", sagte Roudny. In der Früh schlugen die Ermittler mit Unterstützung der Anti-Terroreinheit "Cobra" zu. Neben dem 22-Jährigen nahmen sie auch zwei seiner Landsleute nach fremdenpolizeilichen Bestimmungen fest. Bei einer Hausdurchsuchung fielen der Polizei außerdem eine Kokainpresse und weitere 600 Gramm des Suchtgifts in die Hände.
Bei der Verhaftung ging es offenbar erneut heiß her: Der 22-Jährige hatte sich in einer Bettlade versteckt. Dass er entdeckt wurde, war jedoch für den Verdächtigen offenbar kein Grund sich geschlagen zu geben. Seine Kickbox-Kenntnisse nutzten ihm gegen die "Cobra" jedoch wenig. Die Auseinandersetzung endete für den Verdächtigen mit einer blutigen Lippe.
Bei seiner Einvernahme gestand der mutmaßliche Dealer, dass er sich nach Italien absetzen wollte. Geld hatte er sich zu diesem Zweck bereits besorgt. Ansonsten gaben die Einvernahmen der vier Verdächtigen bisher nicht viel her. Ein Deutscher und ein Kosovo-Albaner wurden auch von den deutschen Behörden per internationalem Haftbefehl gesucht. Laut Polizei brachte die Bande das Kokain aus Spanien in Fahrzeugen nach Österreich und soll es hierzulande in größeren Tranchen verkauft haben.
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