Auf die Piste

Mario und Sonic bei den Olympischen Winterspielen

Spiele
02.11.2009 11:13
Anfang 2010 treffen sich die besten Sportler bei den Olympischen Winterspielen zum finalen Showdown im kanadischen Vancouver. Ein wenig Zeit ist zwar noch bis zur Eröffnungszeremonie, doch ein paar kleine und größere Helden machen schon jetzt Jagd auf Medaillen. Damit sind nicht Stars wie Benjamin Raich oder Lindsey Vonn gemeint, sondern Mario, Sonic und eine ganze Reihe anderer bekannter Gestalten.

Dazu zählen unter anderem Yoshi, Knuckles, Bowser, Wario, Donkey Kong, Luigi oder Tails. Kurzum: Alles, was in der Welt der japanischen Publisher Sega und Nintendo Rang und Namen hat. Jeder Charakter gehört einer von insgesamt vier Klassen an, die spezielle Fähigkeiten mit sich bringen und somit je nach Bewerb einen kleinen Startvorteil verschaffen.

Bevor der große Wettkampf beginnen kann, sollten jedoch ein paar Trainingseinheiten eingelegt werden. Gesteuert wird üblicherweise mittels Wii-Fernbedienung, für einige Disziplinen dürfen aber auch das Nunchuk oder das Balance Board verwendet werden. Insbesondere mit Letzterem spielen sich einige Bewerbe vollkommen anders, beispielsweise absolviert man den Bob-Bewerb sitzend auf dem Board.

Doch keine Angst: Die Steuerung ist sehr unkompliziert, etwaige Unklarheiten werden durch vorbildliche Schritt-für-Schritt-Anleiten im Training eliminiert, sodass es nach kurzer Vorbereitungszeit - endlich - losgehen kann. Die Olympischen Spiele, hier Sportfest genannt, dürfen beginnen. Nach der Eröffnungszeremonie warten bereits die ersten Herausforderungen.

Abfahrt, Riesentorlauf
In den alpinen Disziplinen flitzt man mehr oder weniger gekonnt zwischen den Toren des Kurses hindurch. Für jedes verpasste Tor hagelt es Strafsekunden. Bei der Steuerung mit der Wii-Fernbedienung neigt man das Steuergerät einfach in die gewünschte Fahrtrichtung, um die Figur über die Piste zu dirigieren. Wird sie nach vorne gekippt, geht der Läufer in die Hocke. Bei der gegenläufigen Bewegung setzt er zu einem eleganten Schneepflug an, der das Tempo drastisch reduziert. Als alter Ski-Challenge-Hase stellt das keine wirkliche Hürde dar. Die Gegnerschaft landet weit abgeschlagen auf den hinteren Rängen.

Einzelspringen, Teamspringen (Großschanze)
Nachdem die ersten Bewerbe bravourös absolviert wurden, geht es ab in schwindelerregende Höhen. Mit Höllentempo jagt der Springer die Schanze hinunter, erwischt gerade noch den richtigen Absprungpunkt und segelt fast zu einem neuen Schanzenrekord. Mittels Wii-Fernbedienung wird dafür gesorgt, dass der Athlet die Balance hält, den Absprung zum richtigen Zeitpunkt erwischt und eine sichere Landung hinlegt. Mit jedem Sprung klappt es besser. Schlussendlich schaut der achtbare dritte Rang heraus.

Buckelpiste
Als nächstes wartet die Buckelpiste im Rahmen der Ski-Freestyle-Bewerbe darauf, bezwungen zu werden. Bei den auf der Piste platzierten Schanzen ist es wichtig, den richtigen Absprungpunkt zu erwischen. Danach sollten möglichst viele Tricks ausgeführt werden. Manchmal erscheinen Tricksymbole, die noch spektakulärere Aktionen ermöglichen. Am Ende landet der eigene Läufer gut durchgeschüttelt mit Rang drei auf einem weiteren Stockerlplatz.

Ski Cross
In diesem Bewerb geht es hart zur Sache, gilt es doch, sich gegen die geballte Konkurrenz durchzusetzen und als Erster ins Ziel zu brausen. Schanzen sorgen dabei für zusätzlichen Nervenkitzel. Die Wii-Fernbedienung dient wie schon bei den alpinen Disziplinen durch entsprechende Neigung dazu, die gewünschte Richtung vorzugeben. Wäre nicht der verflixte Bowser ständig im Weg gewesen, hätte es für den Sieg leicht gereicht. So bleibt es am Ende nur beim zweiten Rang.

Halfpipe
Die Skier sind von nun an passé. Weiter geht es mit dem Snowboard und der Halfpipe. Mit der Wii-Fernbedienung und dem Nunchuk können die vielfältigsten Tricks abgerufen werden. Das richtige Timing spielt dabei eine entscheidende Rolle. Ein toller Board-Akrobat scheint nicht in den eigenen Genen versteckt zu schlummern. Nach mehreren ungewollten Hoppalas findet sich der tapfere Boarder weit abgeschlagen im hinteren Feld wieder.

Snowboardcross
Wie beim Ski Cross geht es im Anschluss mit dem Snowboard gegen mehrere Gegner den Hang hinunter. Der Bewerb steuert sich gleich wie die entsprechende Skidisziplin. Diesmal wird allerdings nicht Bowser zum unüberwindlichen Hindernis. Den Sieg vor Augen stolpert der Läufer über eigene Unzulänglichkeiten, sodass wiederum nur Platz zwei am Ende herausschaut und sich Luigi als strahlender Sieger feiern lassen darf.

Eisschnelllauf 500 m, Short Track 1000 m, Short Track-Staffel
Nachdem man sich am Schnee satt gesehen hat, geht es von nun an munter auf dem Eis weiter. Die Laufbewerbe verlangen ein ausgiebiges Schwingen der Wii-Fernbedienung. Zusätzlich muss beim Short Track noch auf die Gegner geachtet werden. Während beim Eisschnelllauf noch der Sieg gelingt, heißt es beim Short Track mit dem bitteren vierten Platz vorlieb zu nehmen.

Eiskunstlauf
So grazil wie Donkey Kong hat sich wohl noch nie ein Eiskunstläufer über das rutschige Terrain bewegt. Zu klassischen Klängen von Vivaldi, Chopin, Schubert und anderen bekannten Komponisten müssen mit der Wii-Fernbedienung die vorgegebenen Bewegungen ausgeführt werden, damit die Aktionen des Tänzers zumindest eine Ähnlichkeit zu Eiskunstlauf aufweisen. Ob es an der vorhandenen Abneigung gegenüber dieser Disziplin oder dem tollpatschigen Auftreten des behaarten Monstrums gelegen ist, kann im Nachhinein nicht mehr gesagt werden. Ein Platz auf dem Siegertreppchen war jedenfalls zu keiner Zeit in Reichweite.

Bob, Skeleton
Nach dem beschaulichen Tanz auf dem Eis wartet wieder schnelle Action. Zweimal geht es hinab durch den Eiskanal: Einmal mit dem Bob und danach mit dem Skeleton-Schlitten. Mit der Wii-Fernbedienung wird dabei versucht, die Ideallinie zu halten, was allerdings kein leichtes Unterfangen ist. Am Ende reicht es aber doch für einen zweiten und dritten Platz.

Eishockey
So richtig die Fetzen fliegen dann beim Eishockey. Wenn Donkey Kong und Bowser aneinander geraten oder Knuckles über das Eis flitzt, das einem nur so schwindlig wird, bleibt kein Auge trocken. Gesteuert wird mittels Steuerkreuz der nun quer zu haltenden Wii-Mote, geschossen durch kräftiges Schütteln. Die Gegner haben keine wirkliche Chance und werden vom wilden Affen und seinem Team regelrecht vom Eis gefegt.

Curling
Zu guter Letzt wartet noch eine eher entspannende Sportart auf all jene, denen schon der Eiskunstlauf zu stressig war: Die Rede ist vom Curling, bei dem fast schon meditativ vor dem Curlingstein das Eis gewischt wird. Mit der Wii-Fernbedienung werden die Wurfrichtung, der Wurf und dann das Wischen gesteuert. Schlussendlich endet das Sportfest versöhnlich mit einer weiteren Goldmedaille.

Wer sich jetzt fragt, wo denn die für Mario-Spiele typischen Extras verblieben sind, der kann beruhigt werden. Basierend auf den beschriebenen Disziplinen gibt es die Kategorie "Traumspiele", in der die Bewerbe unter anderen Regeln und mit den bekannten Extras stattfinden. Am Anfang stehen allerdings nur zwei Bewerbe zur Verfügung. Den Rest muss man sich nach und nach erspielen.

Als zusätzliches Gimmick kann die Ausrüstung der Figuren mit verschiedensten Accessoires verschönert werden. Die dafür notwendigen Punkte erhält man durch erfolgreiche Absolvierung der Bewerbe. Zum Einkauf laden der Musikshop, das Sportgeschäft, die Boutique und die Bücherei ein.

Party-Modus nur bedingt party-tauglich
Dafür, dass bei mehreren menschlichen Mitspielern noch mehr Stimmung aufkommt, sollen drei Partyspiele sorgen – Ballonangriff, Spielrad und Felderflippen –, die in Verbindung mit den beschriebenen Sportbewerben absolviert werden. Die Idee ist gut, die Ausführung allerdings weniger. Einerseits gibt es viel zu wenige Partyspiele, andererseits hätten abgedrehte Disziplinen mit losem Zusammenhang zum Thema Wintersport für mehr Partylaune gesorgt. Da es sich nur um ein zusätzliches Feature zum eigentlichen Hauptteil handelt, wiegt dieser Umstand allerdings nicht so schwer.

Schade ist allerdings, dass es keinen Online-Multiplayer gibt. Das zu Beginn des Spiels erstellte Pine witzige Idee ist hingegen, dass bei vorhandener Internetverbindung das aktuelle Wetter in Vancouver im Spiel angezeigt werden kann.

Grafisch wird eine gute, aber nicht überragend dargestellte, bunte Comicwelt geboten. Dazu gib es die passende musikalische Begleitung, die zwar ins Ohr geht, aber mit der Zeit auch ein wenig nervend werden kann.

Fazit: Sollte der Disney-Konzern jemals Olympische Spiele veranstalten, sie würden wahrscheinlich genauso aussehen wie bei "Mario und Sonic bei den Olympischen Winterspielen": Putzige und kunterbunte Charaktere messen sich, untermalt von einer Wir-haben-uns-alle-lieb-Musik, im freundschaftlichen Wettbewerb. Vor allem mit mehreren menschlichen Mitspielern macht das Spiel stundenlang Spaß. Einzelspieler werden aufgrund des niedrigen Schwierigkeitsgrades weniger lang Freude daran haben. Im Vergleich zu den sicher noch kommenden bierernsten offiziellen Titeln bietet Segas Variante den etwas anderen Spielspaß für die ganze Familie.

Plattform: Wii (getestet), DSi
Publisher: Sega
krone.at-Wertung: 8/10 (Einzelspieler), 9/10 (Mehrspieler)

von Harald Kaplan

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