Sa, 21. Juli 2018

Schlüsseldienste:

09.04.2018 10:00

Abzocker üben massiven Druck auf Opfer aus

„Das ist die reinste Mafia“, ist aus Expertenkreisen zu hören. Gemeint sind jene unseriöse Schlüsseldienste, die - wie berichtet - seit Monaten in Tirol ihr Unwesen treiben und in Not geratene Menschen skrupellos abzocken. Um an ihr Geld zu kommen, ist den vermeintlichen Helfern jedes Mittel recht. Die Eskortierung zum nächsten Bankomaten ist da noch das geringste Übel.

Ausgesperrt! Was jetzt? Schnelle Suche im Internet, ein Klick, ein Anruf bei einer Gratis-Hotline - und schon schnappt die Falle zu. Der Schlüsseldienst, der zuvor noch als günstiger Anbieter aus der Nähe angepriesen wurde, entpuppt sich als „Abzock-Maschinerie“

Drohungen, Einschüchterungen und Co
Es wird gepfuscht, herumgemurkst und letztendlich voll abkassiert. Rechnungen von über 1000 Euro sind keine Seltenheit. Zurück bleiben nicht nur Schäden an den unprofessionell aufgebrochenen Türen, sondern auch verärgerte Opfer. Diese werden von den Abzockern oft regelrecht bedroht, eingeschüchtert und zum Zahlen der horrenden Forderungen gezwungen. Es gibt Fälle, bei denen die Opfer zum nächsten Bankomaten eskortiert wurden, weil sie nicht genügend Bargeld griffbereit hatten. Was passiert aber, wenn man gar nicht so viel Geld auf der Kante hat? Auch hierfür gibt es offenbar Lösungen. Passiert in Innsbruck: Anstatt von einem Kunden Geld zu kassieren, wurde kurzerhand einfach der Fernseher eingepackt.

Nacht im Hotel verbracht
Auch Klaus Linser vom Schlüsseldienst Seidemann kennt „wilde Geschichten“. Eine davon ereignete sich erst kürzlich in Rum. „Eine Mutter stand samt Kind vor verschlossener Tür und geriet über das Internet an einen unseriösen Schlüsseldienst.“ Der Handwerker habe beim Versuch, die Tür zu öffnen, zwei Bohrer abgebrochen. Diese blieben im Zylinder stecken. Die Tür brachte er nicht auf - abkassieren wollte er aber trotzdem. Die Frau alarmierte die Polizei, der Mann suchte daraufhin das Weite. Fazit: „Die Mutter musste samt Kind die Nacht im Hotel verbringen. Den Schaden behoben wir am nächsten Tag“, schildert Linser.

„Der falsche Haid“
Auch die Firma „Sicher Haid“ hat mit den Abzockern zu kämpfen. „Gegenüber einer Frau gab sich ein vermeintlicher Handwerker als Mitarbeiter unserer Firma aus. Die Frau wurde stutzig, sagte, dass sie einen unserer Mitarbeiter kenne. Der Mann konterte, dass er den Kollegen natürlich auch kenne. Als die Kundin den Bekannten daraufhin anrufen wollte, ergriff der Mann die Flucht“, schildert Geschäftsführer Markus Haid.

Wer befürchtet, an einen unseriösen Anbieter geraten zu sein, sollte dem Druck nicht nachgeben, sondern die Polizei anrufen.

Hubert Rauth
Hubert Rauth
Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter

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