So, 22. Juli 2018

Mitarbeiterprotest

05.04.2018 14:44

Google soll Drohnenangriffe mit KI unterstützen

Tausende Google-Mitarbeiter haben in einem Brief an Konzernchef Sundar Pichai gegen die Teilnahme an einem Programm des US-Verteidigungsministeriums protestiert, in dessen Rahmen Videoaufnahmen mittels künstlicher Intelligenz auf potenzielle Ziele für Drohnenangriffe hin analysiert werden sollen. „Wir glauben, dass Google nicht im Kriegsgeschäft sein sollte“, heißt es in dem Schreiben.

Die inzwischen mehr als 3100 Unterzeichner des der „New York Times“ vorliegenden Briefes fordern einen Rückzug aus dem vom Pentagon „Maven“ genannten Pilotprojekt sowie ein klares Bekenntnis des Konzerns, „niemals Kriegstechnik zu entwickeln“.

Google selbst hatte gegenüber seinen Mitarbeitern bislang beteuert, dass seine Teilnahme an dem Projekt „nicht-offensiver“ Natur sei - obwohl die Videoanalyse des Pentagons routinemäßig bei der Bekämpfung von Aufständen sowie Anti-Terror-Operationen zum Einsatz kommt.

Sowohl Pentagon als auch Google gaben an, dass im Zuge des Projekts kein autonomes Waffensystem entwickelt werde. Gleichwohl könnte eine bessere Analyse von Drohnenvideos dazu verwendet werden, menschliche Ziele für Angriffe auszuwählen.

„Berechtigte Bedenken“
Google-Chef Sundar Pichai räumte in einem Statement am Dienstag ein, „dass jeder militärische Einsatz von maschinellen Lerntechniken berechtigte Bedenken aufwirft“. Die Technologie solle jedoch verwendet werden, um Bilder für die menschliche Überprüfung zu markieren. Dadurch, so Pichai, sollen letztlich Leben gerettet und Menschen davor bewahrt werden, “sehr mühsame Arbeit zu machen“.

Initiatoren befürchten „irreparable Schäden“ für Google
Die Initiatoren des Schreibens fürchten indes, dass eine Beteiligung an dem Projekt die Marke Google und ihre Fähigkeit, neue Talente anzuwerben, „irreparabel schädigen“ könnte. „Angesichts wachsender Ängste vor einer voreingenommenen und waffenfähigen KI hat Google bereits Schwierigkeiten, das Vertrauen der Öffentlichkeit zu bewahren", heißt es darin.

Das Argument, dass sich auch andere Firmen wie Microsoft oder Amazon an Projekt Maven beteiligten, machten die Teilnahme für Google „nicht weniger riskant“. Seine einzigartige Geschichte, sein Firmenmotto “Sei nicht böse" und sein direkter Einfluss auf das Leben von Milliarden Nutzern höben Google schließlich von anderen Firmen ab.

 krone.at
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