Do, 18. Oktober 2018

Supermarkt gestürmt

23.03.2018 16:12

Drei Terror-Tote in Frankreich: Täter erschossen

Terroralarm in Südfrankreich: Ein bewaffneter Mann hat am Freitagvormittag in einem Supermarkt im Ort Trebes zwei Menschen getötet und mehrere weitere als Geiseln genommen. Der Geiselnehmer - der amtsbekannte Franzose Redouane Lakdim (26) mit marokkanischen Wurzeln - berief sich laut Staatsanwaltschaft auf die Terrormiliz IS. Der Angreifer forderte in Verhandlungen mit der Polizei die Freilassung von Salah Abdeslam, einem der Hauptverdächtigen der Terrorattentate von Paris 2015. Die Gespräche schlugen fehl, die Polizei stürmte den Supermarkt und tötete den 26-Jährigen.

Kurz nach 11 Uhr hatte das französische Innenministerium auf Twitter einen laufenden Polizeieinsatz vermeldet. Zudem wurde die Bevölkerung gebeten, die Umgebung rund um den Supermarkt aus Sicherheitsgründen zu meiden. Kurze Zeit davor hatte es Schüsse aus einem Auto auf eine Gruppe joggender Polizisten in dem nahe gelegenen Ort Carcassonne gegeben. Ein Beamter wurde schwer verletzt. Auch an diesem Angriff war der 26-Jährige beteiligt. Das Auto entwendete Lakdim von einem Lenker, den er getötet hatte. Seine Leiche wurde im Zuge des Anti-Terror-Einsatzes entdeckt.

Laut Zeuge „Allahu akbar“ gerufen
Laut einem Augenzeugen soll der Täter „Allahu akbar“ (Gott ist größer) gerufen haben, als er den Supermarkt kurz nach 11 Uhr überfiel. Der Mann war mit Messern, einer Schusswaffe und Handgranaten bewaffnet und drohte seinen Geiseln mit dem Tod. Zudem soll er Rache für die Luftangriffe auf Syrien angedeutet haben. Dutzende Spezialeinheiten der Polizei standen im Einsatz, mehrere Hubschrauber überflogen den Tatort.

Die Verhandlungen mit Lakdim, der wegen seiner Radikalisierung bereits seit geraumer Zeit unter der Beobachtung des Inlandsgeheimdienstes DGSI stand, gestalteten sich äußerst schwierig. Offensichtlich war der Geiselnehmer von Anfang an bereit, als Märtyrer zu sterben. Laut dem Sender BFMTV befanden sich sowohl die Mutter als auch die Schwester des Täters vor Ort, um ihn zur Aufgabe zu überreden - vergeblich.

Polizist ließ sich gegen Geisel eintauschen
Durch seine heldenhafte Tat hat ein Polizist eine relativ rasche Erstürmung des Supermarkts ermöglicht. Wie Innenminister Collomb am Nachmittag bekannt gab, hatte sich der Beamte gegen eine Geisel eintauschen und anschließend sein Handy mit einer offenen Verbindung auf einem Tisch liegen lassen. So hätten die Einsatzkräfte hören können, was sich im Supermarkt abspielte. Als Schüsse fielen, seien sie eingeschritten.

Die Terrormiliz IS reklamierte die Angriffe in Südfrankreich für sich. Der Angreifer sei ein „Soldat des Islamischen Staates“, hieß es in einer Meldung der bereits durch andere Anschläge bekannt gewordenen Propaganda-Agentur Amaq.

Paris-Attentäter Abdeslam steht derzeit vor Gericht
Salah Abdeslam ist der einzig lebende Terrorverdächtige, der jener Terrorzelle zuzuschreiben ist, die für die Pariser Anschläge im November 2015 und für jene in Brüssel im März 2016 verantwortlich ist. In Paris waren an sieben verschiedenen Orten Anschläge verübt worden, 130 Menschen verloren dabei ihr Leben, allein etwa 100 starben damals bei Geiselnahmen, Schüssen und Selbstmordattentaten in der bekannten Konzerthalle Bataclan. In Brüssel starben bei mehreren Explosionen auf dem Flughafen Zaventem sowie bei der Metro unweit der EU-Amtsgebäude 34 Menschen, mehr als 200 weitere Opfer wurden teils schwer verletzt. 
Abdeslam steht seit Februar in Brüssel vor Gericht. Angeklagt ist er dort wegen eines Feuergefechts mit der Polizei im Brüsseler Viertel Forest. Der Prozess soll am 29. März fortgesetzt werden.

Bilder aus Trebes und Carcassonne:

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