Sa, 20. Oktober 2018

Erfolglose Darbietung

23.03.2018 10:06

Häftling (32) täuscht bei Festnahme Anfall vor

Ausgerechnet im Rahmen einer groß angelegten Kontrolle gegen Schwarzfahrer ist ein seit Oktober des Vorjahres flüchtiger Häftling der Polizei in Wien ins Netz gegangen. Der 32-jährige Verdächtige versuchte zwar noch, erneut die Flucht zu ergreifen, konnte aber gefasst werden. Im Zuge seiner Festnahme bot der Häftling dann jedoch auch noch sein ganzes schauspielerisches Können auf, um die Beamten in die Irre zu führen ...

Kontrolleure der Wiener Linien, unterstützt von Polizeibeamten, hatten sich bereits am Dienstag bei der U6-Station Bahnhof Meidling postiert, um Schwarzfahrer aus dem Verkehr zu ziehen. Gegen 20.15 Uhr beobachteten die Männer einen Verdächtigen, der auffällig versuchte, sich vor der Kontrolle zu drücken, und plötzlich davonlief.

Weit kam der Flüchtende aber nicht, beim Ausgang der U-Bahn-Station war für den 32-Jährigen bereits Endstation. Rasch war danach auch der Grund für die Flucht des Verdächtigen geklärt, allerdings war nicht nur ein nicht vorhandener Fahrschein Anlass für seinen überstürzten Abgang. So stellte sich heraus, dass der mutmaßliche Täter bereits am 13. Oktober des Vorjahres aus dem Polizeianhaltezentrum geflohen und seither untergetaucht war.

Ließ sich „mehrmals auf Boden fallen“
Kooperativ zeigte er sich bei der Festnahme jedenfalls nicht, berichtete die Polizei. So hüllte er sich trotz Nachfragen zunächst in Schweigen und ließ sich „mehrmals auf den Boden fallen, sodass er von den Beamten getragen werden musste“, hieß es.

Doch damit nicht genug: Nach seiner Festnahme bot der Mann sein gesamtes schauspielerisches Repertoire auf und täuschte einen epileptischen Anfall sowie Bewusstlosigkeit vor. Vorschriftsgemäß wurde die Rettung nachalarmiert, um den tatsächlichen Gesundheitszustand des 32-Jährigen überprüfen zu lassen. Die Helfer deckten im Zuge der Untersuchung rasch auf, dass der Verdächtige offenbar simulierte: Erkrankung habe keine festgestellt werden können, hieß es.

Der 32-Jährige wurde schließlich erneut in ein Polizeianhaltezentrum gebracht, er befindet sich in Haft.

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