Fr, 21. September 2018

Skandal um Nutzerdaten

22.03.2018 07:59

WhatsApp-Mitgründer: „Löscht euer Facebook-Konto!“

Nach dem Datenskandal um Facebook werden immer mehr kritische Stimmen laut. In einer von der Mozilla-Stiftung initiierten Online-Petition beklagten sich bis zum Mittwoch Tausende Unterzeichner darüber, dass Daten von bis zu 50 Millionen Nutzern des sozialen Netzwerks von Cambridge Analytica ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung genutzt wurden. WhatsApp-Mitgründer Brian Action ruft Nutzer indes offen dazu auf, ihre Facebook-Konten zu löschen.

„Es ist Zeit“, twitterte Acton und fügte den Hashtag #deletefacebook – „Lösch Facebook“ – hinzu. Acton ist nicht irgendwer: Zusammen mit Jan Koum gründete er 2009 den Messaging-Dienst WhatsApp, der 2014 von Facebook für die stolze Summe von 19 Milliarden Dollar gekauft wurde. Acton selbst ist inzwischen Vorstandvorsitzender der Signal Foundation – einer Non-Profit-Organisation, die mit „Signal“ einen aufgrund seiner Verschlüsselung als besonders sicher geltenden Gratis-Messenger anbietet.

Der Aufruf, seinen Facebook-Account zu löschen, stößt allerdings auf geteilte Kritik. Viele Nutzer monieren auf Twitter, dass im selben Atemzug auch etwaige Nutzerkonten bei WhatsApp und Instagram gelöscht werden müssten – die beiden Dienste gehören schließlich ebenfalls zu Facebook und liefern dem sozialen Netzwerk damit wichtige Daten.

Facebook-Account löschen – so geht’s
Wer Actons Aufruf dennoch folgen und sein Nutzerkonto bei Facebook löschen möchte, kann dies über diesen Link tun. Wie die Website justdelete.me erläutert, bleiben dessen ungeachtet gemäß den Nutzungsbedingungen des sozialen Netzwerks jedoch Inhalte wie Nachrichten auch darüber hinaus im Besitz von Facebook, lassen sich also nicht dauerhaft löschen.

Mozilla-Petition: „Facebook muss mehr tun“
Die von Mozilla ins Leben gerufene Online-Petition gibt sich indes weniger radikal. Sie fordert Facebook auf, seine App-Berechtigungen zu ändern, damit die Privatsphäre der Nutzer standardmäßig geschützt wird. Zwar habe das soziale Netzwerk inzwischen angekündigt, Schritte zu unternehmen, um „den Zugriff von Entwicklern auf detaillierte Freundesdaten einzuschränken“. „Aber die aktuellen Standardeinstellungen von Facebook lassen viele Fragen offen und viele Daten ungeschützt.“

“Dies war kein Datenleck, niemand hat sich bei Facebook eingehackt oder Passwörter gestohlen. Der Grund war, dass Facebook-Apps nicht nur Zugang zu sensiblen Daten von Menschen gestattet hätten, die diese Programme nutzen - sondern auch zu den Daten von deren Freunden“, erläutern die Initiatoren der Petition. Und: "Eines ist klar: Facebook muss mehr tun und seine Nutzer respektieren.“

Facebook: „Sind uns des Ernstes der Lage bewusst“
Facebook sieht sich unterdessen selbst als Opfer. “Das gesamte Unternehmen ist entsetzt darüber, dass wir hintergangen wurden", teilte das Unternehmen mit. Firmenchef Mark Zuckerberg und alle Verantwortlichen seien sich des Ernstes der Lage bewusst. Die umstrittene Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica, die nach Angaben ihres inzwischen suspendierten Chefs Alexander Nix einen Großteil des Wahlkampfs für US-Präsident Donald Trump bestritten hat, soll Zugriff auf Facebook-Daten von bis zu 50 Millionen Nutzern gehabt haben.

 krone.at
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