Seit Mai 2009 meldeten sich in Wien insgesamt sieben Geschädigte bei der Polizei, auch in den Bundesländern gebe es ähnliche Fälle, so Kobald. Da der Betrug teilweise erst nach Zustellung der hohen Rechnungen aufflog, könnte es durchaus noch weitere Opfer geben. Die Manipulation erfolgte meist über Nacht oder am Wochenende, wenn die Büros geschlossen waren. Über die aktivierte Mailbox richteten die Täter eine Rufumleitung zu den Mehrwertnummern ein und ließen diese 24 bis 48 Stunden lang über alle verfügbaren Anschlüsse der Firma laufen.
Zugriff durch Codes aus dem Internet
Leicht machten es die Firmen den Betrügern laut Kobald durch unvorsichtiges Vorgehen bei der Installation der Telefonanlage. Diese können mittels eines Codes (Master- oder Defaultcode) von außen gesteuert werden. Für den Sicherheitsschlüssel gibt der Hersteller eine Werkseinstellung vor, die im Internet abrufbar und in der Bedienungsanleitung zu finden ist.
Der Code sollte bei Inbetriebnahme daher geändert werden. Genau dies sei bei den Betrugsfällen nicht passiert, so Kobald. Die Kriminellen konnten mit dem werkseitig eingestellten Schlüssel Manipulationen vornehmen. Betroffen waren analoge, digitale sowie VoIP-Anlagen.
Die Mehrwertnummern gehören zu keinen bekannten Diensten und wurden in Sierra Leone, Nigeria, Estland, Lettland, Libyen und Liechtenstein angemietet. Die Polizei geht davon aus, dass sich die Täter nicht in Österreich aufhalten.










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