"Drogenpark"

Grazer klagen an: “Werden im Stich gelassen!”

Steiermark
11.09.2009 16:27
Auch im heurigen Sommer ist es der Polizei nicht gelungen, den Drogensumpf rund um den Grazer Volksgarten trockenzulegen. Am Donnerstagabend wurde daher erstmals Klartext gesprochen: Im Gasthof Bräukeller (Bild) diskutierten Anrainer und Vertreter der Stadtpolitik öffentlich über mögliche Auswege aus der misslichen Lage. Viele Grazer fühlen sich weiterhin von Exekutive und Politik im Stich gelassen.

Laut Anrainern sei die Lage auch nach der Sommeroffensive der Grazer Polizei (Bilanz: 158 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz) unverändert: Immer noch gehen zahllose Dealer tagtäglich ihren schmutzigen Geschäften nach. Die Konsequenz: Die Lebensqualität im Grätzl nimmt weiter ab, Anrainer trauen sich abends nicht auf die Straße, Eltern leben in ständiger Sorge um ihre Kinder.

Dementsprechend groß war der Andrang im Gasthaus Bräukeller. Die grüne Vizebürgermeisterin Lisa Rücker stellte sich wie die Stadträte Detlev Eisel-Eiselsberg (ÖVP) und Elke Edlinger (SPÖ) der Diskussion mit unmittelbar Betroffenen (auch FPÖ-Stadtrat Mario Eustacchio mischte sich unter das Publikum).

"Uns wird immer nur gesagt, man sei machtlos"
"Statt besser wird's schlimmer. Mittlerweile 'pendeln' Süchtige sogar aus dem Umland ein", macht ein Anrainer seinem Ärger Luft. "Uns wird immer nur gesagt, man sei machtlos", ergänzt eine andere. Immerhin wusste Oberstleutnant Werner Jud von der Grazer Kripo von bisher 91 im Bereich Volksgarten festgenommenen Drogendealern zu berichten.

Die Frage des Abends: Bleibt den Betroffen nur die Wahl zwischen Pest oder Cholera - abwandern (was viele tatsächlich schon getan haben) oder sich mit der tristen Situation abfinden?

Politik im Wortlaut
Stadtrat Detlev Eisel-Eiselsberg: "Drogenkriminalität fällt in den Aufgabenbereich der Polizei! Die Volkspartei wird hier aber Druck machen. Uns geht es um eine "positive Rückeroberung".

Stadträtin Elke Edlinger: "Ich fordere eine Parkbetreuung durch eine sozialarbeiterisch geschulte Ordnungswache. Aber auch über das Thema Videoüberwachung muss man sprechen!"

Vizebürgermeisterin Lisa Rücker: "Die Situation bestätigt uns darin, Einrichtungen, wie die Gemeinwesenarbeit, die direkt vor Ort sozial kompetente Unterstützung anbietet, voranzutreiben."

von Ernst Grabenwarter ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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