Im "Krone"-Talk

Dörfler: “Zurück zum großen Bruno Kreisky”

Kärnten
18.08.2009 16:54
Zwei Wochen lang musste Landeshauptmann Gerhard Dörfler ziemlich einstecken, im „Krone“-Interview schießt er erstmals scharf zurück. Der BZÖ-Politiker attackiert Slowenenfunktionär Rudi Vouk, will Wiener Medien klagen und sieht die Lösung der Ortstafel-Frage in der Vergangenheit „im Modell des großen Kreisky".

Herr Landeshauptmann, haben Sie einen Antilauf? Der seltsame Streit mit FP-Strache, BZÖ-interner Zwist beim Stadion und aktuell der Vorwurf, die Justiz habe Sie in der Ortstafel-Frage ziemlich verschont...
„Nein, keinesfalls! Ich erhalte viel Zustimmung, dass ich Strache einmal meine Meinung gesagt habe. Das Stadion-Thema ist im BZÖ ganz klar abgestimmt und die Ortstafel-Frage ist die bestgeprüfte Polit-Justiz-Causa Österreichs.“

In letzterer werden Sie aber als „kleiner Bankbeamter“ abgetan, der nicht wisse, was er tut. Trifft Sie das?
„Hier wird eine juristische Niederlage der Slowenenfunktionäre umgepolt in Angriffe auf persönlicher Ebene und es wird Schmutzwäsche gewaschen.“

Also wissen Sie durchaus, was sie tun?
„In jedem Augenblick! Auch wurden alle Handlungen von Rechtsexperten geprüft. Und noch etwas: Ich kenne die Akten zwar nicht, aber das herabwürdigende Wörtchen ‚klein‘ steht sicher nicht drinnen und deshalb werde ich dieses Wiener Blättchen ‚Falter‘ klagen.“

Apropos: Slowenenfunktionär Vouk will auch klagen, nämlich die Justiz, weil er sich „verarscht“ vorkommt...
„Wer hier wen verarscht, ist klar. Der Ortstafel-Raser und Vollgasakrobat Vouk verarscht die Bürger. Doch bei den Kärntnerinnen und Kärntnern hat er keinerlei Rückhalt. Ja nicht einmal bei allen Angehörigen der Volksgruppe. Vouk ist es, der den Rechtsstaat mit seinem Vorgehen massiv in Frage stellt.“

Viele Kommentatoren sehen einen Punkt erreicht, an dem sich in der Ortstafel-Frage kein Mensch mehr auskennt. Wie soll unser Kärnten, wie will der Politiker Dörfler den Gordischen Knoten durchschlagen?
„Wir müssen zurück ins Jahr 1976 zum Modell des großen Bruno Kreisky. Da heißt es ganz deutlich, Anspruch auf zweisprachige Ortstafeln bestehe ab einem 25-Prozent-Anteil an zweisprachiger Bevölkerung. Und Punkt. Das ist einfach, klar und umsetzbar.“

Dann frisch ans Werk, wenn es ohnehin so einfach und umsetzbar ist...
„Wir sind nicht am Zug! Diese Bestimmung muss der Bund in den Verfassungsrang heben und dazu fordere ich Bundeskanzler Faymann und die Regierung auf.“

Ist diese Haltung mit den beiden Scheuch-Brüdern abgesprochen?
„Ja, klar! Es bedeutet ja auch: keine weiteren zweisprachigen Ortstafeln.“

Sie loben Bürgermeister Häupl und nun Kreisky, sind sie bei der falschen Partei?
„Nein, aber ich habe viel  Zuspruch bei  Arbeitern. Das tut der SPÖ weh! Wenn ein Peter Kaiser Landeshauptmann wäre, hätte Klagenfurt zweisprachige Ortstafeln.“

von Fritz Kimeswenger, "Kärntner Krone"

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