Überschwemmt

Katastrophenalarm in Graz aufgehoben

Österreich
19.07.2009 10:28
Nach starken Regenfällen sind am Samstag im gesamten Stadtgebiet von Graz Bäche über die Ufer getreten. Wegen der massiven Überschwemmungen wurde die steirische Landeshauptstadt am frühen Nachmittag schließlich zum Katastrophengebiet erklärt. Die Bevölkerung wurde gebeten, möglichst nicht ins Freie zu gehen - richtig gefährlich wurde es aber zum Glück nicht. Gegen 15 Uhr entschärfte sich die Situation und es hörte auf zu regnen. Inzwischen hat sich die Situation weitgehend entspannt, der Katastrophenalarm konnte am Sonntagvormittag wieder aufgehoben werden.

Das teilte Wolfgang Hübel vom Katastrophenschutz mit. Die Feuerwehren waren nach wie vor mit dem Auspumpen von Kellern, Tiefgaragen und Kellerwohnungen beschäftigt, die Murpromenade in Graz blieb gesperrt.

Gefahr von Hangrutschungen gebannt
60 Mann der Berufsfeuerwehr und 30 Mann der Freiwilligen Feuerwehr waren in Graz in der Nacht zum Sonntag im Einsatz, um die rund 280 Alarme, die eingegangen waren, abzuarbeiten. Am Sonntag hatte sich die Lage dann stabilisiert, es mussten allerdings noch zahlreiche Keller ausgepumpt werden. Auch die Hangrutschung im Bezirk St. Peter stellt keine akute Gefahr mehr dar, da die Regenfälle bereits am Samstagnachmittag aufgehört hatten.

Bilder aus Graz findest du in der Infobox!

Schöckelbach riss Damm nieder
Am Samstag hatte der über die Ufer getretene Schöckelbach in Graz-Andritz in den Gebieten Weinitzen und Niederschöckel den Sandsackamm bei den Peneff-Gründen zum Einsturz gebracht. Die Gründe wurden überschwemmt, die Feuerwehr sicherte eine Tiefgarage und arbeitet an der Wiederherstellung des Dammes. Am Gabriachbach in St. Peter waren die beiden Retentionsbecken bis zum Rand gefüllt und drohten überzugehen. Der Thalersee schwoll stark an, das Wasser wurde automatisch in den Mühlgang abgelassen.

Feuerwehr hauptsächlich im "Keller-Einsatz"
Überschwemmt wurden auch mehrere Radwege sowie ein Sportplatz im Bezirk Mariatrost. Die Feuerwehren waren allerdings vorrangig mit dem Auspumpen der Keller und dem Freimachen der Straßen beschäftigt: "Im Katastrophenfall wird vor allem dort gearbeitet, wo Gefahr abgewendet werden kann", erklärte Enrico Radaelli von der Freiwilligen Feuerwehr.

Vorsorgemaßnahmen bereits am Freitag getroffen
Alfred Pölzl, stellvertretender Abteilungsleiter des Katastrophenschutzes, berichtete, dass schon am Freitag in St. Peter eine Aktion gestartet wurde: Die Feuerwehr hat 800 Sandsäcke zur Verfügung gestellt, die gefüllt und gleich am Samstag schon benötigt wurden.

Katastrophenalarm "kein Grund zur Panik"
Die Erklärung der Stadt Graz zum Katastrophengebiet sei "ein Formalschritt" gewesen, so Wolfgang Hübel vom Katastrophenschutz. "Das ist gesetzlich so vorgesehen, wenn Menschen oder Sachen gefährdet sein könnten." Erst in so einem Fall sei die Polizei auch berechtigt, Leute aus gefährdeten Gebieten wegzuweisen.

Trinkwasser-Warnung in Wildon
Katastrophenalarm hatte es auch in sieben weiteren Gemeinden gegeben, auch hier hatte es Überschwemmungen und in der Folge unpassierbare Straßen gegeben. In Wildon südlich von Graz gab es eine Trinkwasserwarnung, da man befürchtete, der Starkregen könnte das Wasser verunreinigt haben. Es wurde empfohlen, das Wasser fünf Minuten abzukochen, Untersuchungen wurden vom Bürgermeister in Auftrag gegeben.

4.000 steirische Haushalte waren ohne Strom
Durch die Unwetter (umstürzende Bäume) wurden in der gesamten Steiermark rund 150 Trafostationen so stark beschädigt, dass sie ihren Betrieb nicht fortsetzen konnten. Rund 4.000 Haushalte waren vorübergehend ohne Strom, so der Sprecher der Energie Steiermark, Urs Harnik-Lauris. Am stärksten betroffen waren die Süd- und die Weststeiermark.

Zahlreiche Bäume entwurzelt
Umstürzende Bäume würden dauernd neue Stromleitungen beschädigen, hieß es am Samstagnachmittag, während einige bereits wieder repariert seien. "Die Stromversorgung ist jedenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen", so Harnik-Lauris. Graz selbst war weniger betroffen, da hier die meisten Leitungen bereits unterirdisch laufen.

Letzte schwere Unwetter am Mittwoch
Erst am Mittwochabend war die gesamte Steiermark von schweren Gewitterstürmen und Hagel heimgesucht worden - allein der Landwirtschaft entstanden mindestens zwei Millionen Euro Schaden.

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