Er erklärte, dass der Brennerbasistunnel ein Projekt im Wert von über sechs Milliarden Euro sei, für das die EU bereits Finanzierungen im Wert von 786 Millionen Euro zur Verfügung gestellt habe. "Wir hoffen, so bald wie möglich einen Finanzplan entwerfen zu können, damit die Bauarbeiten beginnen können", betonte Berlusconi bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Faymann in Rom.
Auch der Bundeskanzler räumte die Befürchtung aus, dass der Brennerbasistunnel wegen der Krise nicht mehr finanzierbar sei. "Der Brennerbasistunnel ist ein Beispiel für nachhaltige Politik. Wenn ein Projekt zehn bzw. 15 Jahre konsequenten Einsatz der Politik braucht, kann man nicht aufhören, wenn die Konjunktur schlechter wird, und dann wieder anfangen. Das Projekt braucht nachhaltige Finanzierung", sagte Faymann. Schwierig sei, dass am Brennerbasistunnel neben Österreich mindestens drei große Partner beteiligt seien, die an ihre Budgets gebunden seien: Die EU, Italien und Deutschland, das für die Zulaufstrecken eine hohe Verantwortung habe, erklärte Faymann.
Gespräche über G8-Gipfel
Berlusconi und Faymann diskutierten ausführlich über die Vorbereitungen für den G8-Gipfel vom 8. bis 10. Juli. Die Frage der Finanzmärkte, die Einschätzung der psychologischen Faktoren in der Krise, die vorbereitenden Maßnahmen für eine neue internationale Finanzmarktarchitektur standen dabei im Mittelpunkt. "Es wird ein steiniger Weg zum Aufbau einer Finanzmarktkontrolle in Europa sein, die Kraft hat, einzugreifen, wenn die Spekulation übertrieben werden. Hinzu sind europäische Ratingagenturen notwendig. Wir können nicht mehr von amerikanischen Agenturen abhängig sein, die von den wirklichen Marktgeschehnissen weit weg sind", erklärte Faymann. Auch die Maßnahmen, die Italien und Österreich zur Unterstützung des Bankensektors ergriffen haben, wurden angesprochen.
Berlusconi hob die positive Zusammenarbeit zwischen Italien und Österreich am Balkan hervor. "Dort hoffen wir, nicht mehr lange zu bleiben. Unsere Hoffnung ist, dass sich die Lage dort stabilisiert", erklärte Berlusconi. Faymann hob seinerseits die Notwendigkeit hervor, für die Stabilisierung im Süd-West-Europas hart zu arbeiten. Es sei wichtig, dass Europa sozial stabil bleibe und nicht zusammenfalle.
Berlusconi ruft Österreicher zu Reisen nach Italien auf
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Faymann hob Berlusconi hervor, dass Italien das beliebteste Urlaubsland der Österreicher sei. "Italien hat ein kulturelles Erbe von 100.000 Kirchen und Monumenten, 40.000 historischen Gebäuden, 3.500 Museen, 2.500 archäologischen Geländen und 1.000 Theatern. Man braucht viel Zeit, um Italien zu besichtigen, ich hoffe, dass die Österreicher sie bei uns verbringen werden. Das hängt aber keineswegs damit zusammen, dass jemand wegen der Krise weniger arbeitet", sagte Berlusconi.
Die Beziehungen zu Österreich seien ausgezeichnet. Der italienische Ministerpräsident hob die engen Handelsbeziehungen zwischen Italien und Österreich hervor. Italien sei für Österreich nach Deutschland der stärkste Handelspartner.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.