Die Münchner, die zuletzt auch in der Meisterschaft gegen den VfL Wolfsburg eine empfindliche 1:5-Klatsche kassierten, standen im Camp Nou vor 94.000 Zuschauern von Beginn an auf verlorenem Posten. Die Elf von Josep Guardiola kombinierte nach Belieben und das Sturm-Trio Messi/Eto'o/Henry spielte sich in einen wahren Torrausch. Vor allem da Bayerns ersatzgeschwächte Abwehr ohne Lucio, Van Buyten und Lahm völlig überfordert war.
In der sechsten Minute rettete Demichelis noch bei einem Henry-Schuss vor der Linie, drei Minuten später musste der anstelle von Michael Rensing im Bayern-Tor aufgebotene Hans-Jörg Butt aber bereits hinter sich greifen: Eto'o spielte ideal auf Messi und der Argentinier hatte keine Mühe, den Ball am deutschen Goalie vorbei zu schieben (9.). Vier weitere Minuten später tauschte das Duo die Rollen. Nach Messi-Vorarbeit stellte der Kameruner durch die Beine von Butt auf 2:0 (13.).
Barca-Trainer auf die Tribüne verbannt
Auch die Tatsache, dass Guardiola von Schiedsrichter Howard Webb nach heftigen Reklamationen (Messi sah nach einem vermeintlichen Elfmeterfoul wegen einer Schwalbe die Gelbe Karte) auf die Tribüne verbannt wurde, hatte keine Auswirkungen auf das Spiel der Katalanen. Messi vollendete mit seinem achten Treffer im achten Königsliga-Saisonspiel nach einem tollen Henry-Antritt zum 3:0, ehe der Franzose dann auch noch selbst nach einer herrlichen Kombination über Iniesta, Messi und Eto'o den 4:0-Pausenstand sicherstellte.
Für die Münchner, die mit dem Resultat noch gut bedient waren, war es ein Novum. Noch nie waren sie in einem Europacup-Spiel nach 45 Minuten so hoch zurückgelegen. "Es stimmt hinten und vorne nicht", war Bayerns Vereins-Präsident Franz Beckenbauer zur Pause fassungslos. Nach dem Seitenwechsel gingen es die Spanier etwas geruhsamer an und verwalteten den komfortablen Vorsprung geschickt.
Rekord-Abfuhr für die Bayern
Die Bayern-Elf fand kaum Möglichkeiten auf den Ehrentreffer vor. Es war die erste Pflichtspiel-Niederlage der Bayern gegen Barca. In seiner fast 50-jährigen Europacup-Geschichte hat der FC Bayern noch nie höher verloren. Seit 1962 und weit mehr als 300 Partien gab es für die Münchner nur sechs Niederlagen mit vier Toren Unterschied - alle auswärts. In der 1992 gegründeten Champions League war es gar die höchste Niederlage der Bayern.
Chelsea siegt in Liverpool 3:1
An der Anfield Road hatten die Gastgeber den besseren Start. Nach einem Fersler von Kuyt und einem Querpass von Arbeloa brachte Torres die "Reds" schnell in Front (6.). In der Folge ließen Malouda und Drogba die Ausgleichschance aus, ehe Ivanovic in seinem zweiten Champions-League-Spiel nach einem Malouda-Freistoß per Kopf zum 1:1 traf (39.). Nach dem Seitenwechsel drehte der Vorjahres-Finalist die Partie endgültig.
Carragher rettete bei einem Drogba-Schuss zwar noch auf der Linie (51.), gegen einen neuerlichen Kopfball vom eigentlich schon ausgemusterten Doppeltorschützen Ivanovic war die Liverpool-Hintermannschaft nach einem Corner aber machtlos (62.). Und als Draufgabe sorgte Elfenbeinküste-Teamstürmer Drogba nach Malouda-Vorarbeit für die endgültige Entscheidung (67.).
Chelsea hat damit nach neun direkten Duellen mit Liverpool in der Champions League eine positive Bilanz (3 Siege, 4 Remis, 2 Niederlagen) vorzuweisen. Die Elf von Guus Hiddink dürfte damit genauso wie in der vergangenen Saison zum Stolperstein für die "Reds" werden. 2007/08 hatte sich Chelsea im Semifinale nach Verlängerung mit 3:2 durchgesetzt. Damit dürfte es im Halbfinale zum Duell Barcelona - Chelsea kommen, die Viertelfinal-Rückspiele gehen am 14. April über die Bühne.
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